Neuer Ratgeber: Richtig Gärtnern für Wildbienen

Es ist ganz einfach! Ein neuer kostenloser Ratgeber der Deutschen Wildtier Stiftung erklärt, was Gärtner vom Frühjahr bis in den Herbst hinein für die kommende Wildbienen-Generation tun können.

Hamburg, 19. Juli 2016

Im September geht das Wildbienen-Jahr zu Ende. Dann drehen die immer schwächer werdenden Wildbienen ihre allerletzten Runden über duftende Stauden und Blumenwiesen. Das Leben der „Wildbienen-Eltern“ geht jetzt zu Ende; aber für die Nachkommen haben sie vorgesorgt.

Apfelblüte

Die Wildbienenbrut schlummert jetzt in sorgsam angelegten Nestern. Sind die noch nicht geschlüpften Wildbienen verwaist, darf der Gärtner die Verantwortung für die jungen Wildbienen übernehmen. Wie die neue Wildbienen-Generation sicher durch die kommenden kalten Monate, das Frühjahr und den Sommer im nächsten Jahr kommt, zeigt ein neuer Ratgeber der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Tipps sind einfach, aber effektiv! Autor und Wildbienen-Papst Christian Schmid-Egger bekräftigt: "Jeder, der einen grünen Daumen hat, kann sich am Wildbienenschutz beteiligen."

Wer etwas für Wildbienen tut, hilft der Natur und den Menschen

Christian Schmid-Egger, Wildbienen-Schützer

Hier kommen 10 Tricks, die Wildbienen ein sicheres Plätzchen zum Nisten und Überwintern garantieren - und allen Gärtnern gleichzeitig von März bis Oktober ein Stück blühende Natur! Denn das ist wissenschaftlich bewiesen: "Wildbienen haben häufig eine höhere Bestäubungsleistung als Honigbienen", erklärt Christian Schmid-Egger. Das bringt nicht nur duftende, reichlich blühende Blumen, sondern auch eine hohe Ernte von Beeren und Obst mit sich. Schauen Sie mal, was Sie tun können:

1) Beete nicht mit Rindenmulch überfrachten

Wildbienen graben ihre Nester in lockeren Erdboden. Dicke, undurchlässige Torfschichten auf Beeten meiden sie. Geeignete Nist-Böden für sie sind offene Bodenstellen, z. B. zwischen Gehwegplatten.

2) Exotische Pflanzen nur bedingt pflanzen

Sträucher werden im Herbst gesetzt – aber bitte möglichst keine exotischen Pflanzen! Ein Beispiel: Die aus China stammende Forsythie liefert trotz ihrer leuchtend gelben Blüten weder Nahrung, noch ist sie eine geeignete Nisthilfe.

Blattschneiderbiene auf Blatt

3) Leere Schneckenhäuser nicht wegwerfen

Die zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene legt ihre Eier ausschließlich in leere Schneckenhäuser. Das zerbrechliche Kalk-Häuschen tarnt sie mit Reisig und Laub.

4) Totholz liegenlassen

Manche Wildbienenarten nagen Gänge in morsches Holz und legen hier ihre Eier hinein. Oder sie nutzen alte Käfer-Bohrlöcher, um dort ihre Nester zu bauen.

5) Sonnige Ecken wählen

Alle Nisthilfen für Wildbienen nutzen nichts, wenn sie im Schatten liegen. Die Brut kann sich nur entwickeln, wenn sich der Ort, an dem sie ruht, immer wieder erwärmen kann.

6) Hohle Stängel über den Winter stehen lassen

Wildbienen, die oberirdisch nisten, bauen ihre Nester in stabilen Pflanzenstängeln. Holunderbusch- oder Brombeerstängel sind ideal. 50 bis 80 cm über dem Boden schneiden und über den Winter stehen lassen.

7) Nisthilfe selber bauen

Nutzen Sie dafür hohle Bambusstäbe oder stabile Pflanzenstängel, die witterungsbeständig und ca. 10 cm lang sind. In eine saubere, leere Konservendose bis zur Mitte Gips gießen. Stäbe einsetzen, trocknen lassen, Nisthilfe waagerecht an einen sonnigen, regen- und windgeschützten Ort legen.

8) Natürliche Nischen entwickeln

Wildbienen brauchen Vielfalt. Je mehr Wildpflanzen, Laub und Totholz sie vorfinden, desto besser. Solche Nischen können auch in aufgeräumte Gärten integriert werden.

9) Trockenmauer aufbauen

In warmen Steinmauern suchen sich die Wildbienen Plätze in Ritzen oder kleben Nester aus Pflanzenharz und mineralischem Mörtel an die Steine.

10) Sandhaufen anlegen

Er sollte ca. 30 Zentimeter hoch sein und sonnig liegen. Im Sand bauen die Wildbienen ihre Nester. Auch mit Sand gefüllte Blumentöpfe stellen gute künstliche Nisthilfen dar.

Himbeeren

Hier erhalten Sie kostenlos den Wildbienen-Ratgeber der Deutschen Wildtier Stiftung:

Der aktuelle Praxis-Ratgeber der Deutschen Wildtier Stiftung „Wildbienen – schützen und fördern im Kleingarten“ bietet Anregungen, wie Garten oder Balkon zum Paradies für die fleißigen Bestäuber werden. Er wurde mit dem führenden deutschen Wildbienenexperten Dr. Christian Schmid-Egger entwickelt und kann kostenlos hier bestellt oder unter Telefon 040 970 786 90 angefordert werden. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir bei Sammelbestellungen eine Schutzgebühr berechnen.

Nahaufname einer Wildbiene

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