Schreiadler: Per Liveschalte in die Küken-Kinderstube

Für das Schreiadler-Weibchen im lettischen Naturschutzgebiet Teici beginnt jetzt eine anstrengende Zeit: Das erste Ei ist gelegt! Jetzt gilt alle Aufmerksamkeit dem Nachwuchs. Die Schreiadler-Dame wird bald noch ein zweites Ei legen – dann heißt es brüten, brüten, brüten und warten, bis die beiden Küken endlich schlüpfen.

Hamburg, 23. Mai 2017

Schreiadler-Webcam Mai 2017

Schnelle Internetverbindungen machen den Nestblick möglich

Ran an die Webcam: Wer seine Maus an ein paar richtigen Stellen klickt, kann bald erleben, wie ein anderer eine Maus nach der anderen schluckt: Denn die Brut der Schreiadler hat begonnen und Dank einer Liveschalte aus dem Adlerhorst können Sie jetzt an Ihrem Computer- oder Smartphone-Bildschirm das Brut- und Aufzuchtgeschehen verfolgen.

Schreiadler-Nachwuchs schlüpft meist im Juni - wenn alles gut geht

Wer einmal reinschaut, kommt schwer wieder los

Das erste Ei ist bereits gelegt und wenn alles klappt, wird Anfang Juni Nachwuchs vor laufenden Kameras erwartet. Tausende Menschen schauen per Livestream auf www.schreiadler.org zu, wie der Schreiadlernachwuchs flügge wird. Das Brutgeschäft ist spannend wie eine Daily Soap – nicht nur für Vogelfreunde! Wann werden die Küken schlüpfen? Welches Futter bringen die Altvögel in den Horst? Ist es ein gutes Mäuse- und Amphibien-Jahr - oder muss der Nachwuchs hungern…?

Nur noch 110 Brutpaare leben in Deutschland - Lebensraum schwindet

Einen Schreiadler in freier Wildbahn zu beobachten, ist bei uns in Deutschland etwas sehr seltenes. In Mecklenburg-Vorpommern brüten noch etwa 85 Paare und in Brandenburg noch 25. Die Webcam am Schreiadlerhorst ist ein Forschungsprojekt lettischer Biologen, die erfahren wollen, welche und vor allem wie viel Nahrung die Altvögel an den Schreiadler-Nachwuchs in den kommenden Wochen verfüttern. „Je besser wir den Speiseplan des Schreiadlers kennen, umso präziser können wir Rückschlüsse auf den Zustand des Lebensraums der Tiere schließen“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Die Küken fressen gern Mäuse und Frösche

Bereits im September müssen die gerade erst ein paar Wochen alten Schreiadler den Winterzug antreten – und der geht bis nach Südafrika. Bis dahin müssen sie ordentlich an Gewicht zulegen. Das gelingt nur, wenn der Lebensraum stimmt und die Eltern ausreichend Futter zum Jungvogel bringen können“, betont der Schreiadler-Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Doch in den intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen Deutschlands sinkt die Anzahl der Beutetiere wie Mäuse, Amphibien oder auch Maulwürfe.

Bitte keine Windkraft im Wald nahe der Nester! Mindestabstand einhalten!

Nicht nur das mangelhafte Nahrungsangebot und der schwindende Lebensraum sind in Deutschland ein Problem: Mit fortschreitendem Ausbau von Windenergieanlagen verändert sich das Landschaftsbild derart, dass Schreiadler mitunter ihre angestammten Brutplätze aufgeben. Deshalb fordert die Deutsche Wildtier Stiftung, dass Windkraftanlagen nur in einem Abstand von sechstausend Metern zu einem Schreiadler-Horst errichtet werden dürfen.

Übrigens: Weil Schreiadler so sensibel und störanfällig sind – und bei uns so selten - bauen die Forscher in Deutschland keine Webcam über die geheim gehaltenen Nester.

Klicken Sie sich hier per Datenautobahn direkt in die Küken-Kinderstube!

Schreiadlerjunges mit offenem Schnabel.

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weisse Blume.

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