Fauna, Flora und Finanzen

Der Tagungsband unseres Expertenforums dokumentiert eine hochaktuelle Debatte zur Inwertsetzung der Natur.

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Mit ihrem jährlichen Expertenforum hat die Deutsche Wildtier Stiftung ein Format geschaffen, bei dem grundsätzliche Fragen des Naturschutzes auch grundsätzlich diskutiert werden können. Beim 5. Expertenforum debattierten Fachleute aus ganz unterschiedlichen Bereichen darüber, welche Rolle die Inwertsetzung der Natur für ihren Schutz spielen kann. Dabei ging es um ethische, kulturelle, ökonomische und naturschutzfachliche Fragen. Nun ist der Tagungsband erschienen.

Hamburg, 27. Mai 2020

Beim Thema Klima wird schon lange anerkannt, dass es Instrumente braucht, um den Wert klimafreundlicher Maßnahmen in die „Währung“ Geld übersetzen zu können, um Anreize und Steuerungsmöglichkeiten zu schaffen. Dies wird auch für das Thema Naturschutz und Biodiversität gefordert. Doch hier hakt es bei der Entwicklung von Kriterien noch deutlich. CO2 lässt sich messen und mit einem Preis belegen. Doch welchen Preis hat der Gesang einer Amsel, welchen Wert messen wir einem Baum, einer Wildblumenwiese, einer Insektenart oder einer lokalen Feldhamsterpopulation bei?

Laut Bundesamt für Naturschutz wird der volkswirtschaftliche Wert der Produktion, die direkt von der Bestäubung durch Insekten abhängt, für Deutschland auf 1,13 Milliarden Euro geschätzt. Doch nicht nur Insekten sind ökonomisch relevant: Auch Fischerei und Forstwirtschaft nutzen unter anderem das, was die Natur gratis liefert. In jüngster Vergangenheit wurde häufig argumentiert, dass Arten- und Naturschutz aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll sei. Aber wirkt das ökonomische Argument wirklich gegen Naturzerstörung? Oder reduziert es die Wunder der Natur auf Euro und Cent?

Unter dem Titel „Fauna, Flora und Finanzen“ nahmen Philosophinnen und Ökonomen, Theologen und Biologen, Konzernmanager und Journalisten dazu beim 5. Expertenforum der Deutschen Wildtier Stiftung Stellung. Wie immer bei unseren alljährlichen Foren in Berlin wurde kontrovers und konstruktiv diskutiert. Ist der Schutz der Natur kostenträchtige Verpflichtung oder zu honorierende Dienstleistung? Können ökonomische Inwertsetzung und ethisch begründeter Naturschutz koexistieren?

Auch das kommende Expertenforum im Herbst wird wieder ein Thema aufgreifen, das derzeit lebhaft diskutiert wird: „Ich mag Tiere, aber nicht hier. Wenn Wildtiere und Menschen in Konflikt geraten.“ Wollen wir mit Wölfen in der Nachbarschaft leben? Sollen für eine Zauneidechsenpopulation große Bauprojekte gestoppt werden? Wie ist unsere Antwort, wenn die Frage „Biber oder Bäume?“ lautet? Wie weit reicht die Toleranz der Menschen für Wildtiere?

Den Tagungsband zum 5. Expertenforum, der alle Vorträge und die Debatten dokumentiert, können Sie kostenfrei hier bestellen:
www.deutschewildtierstiftung.de/publikationen

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