Verstorben: Claus Robert Agte – Fürsprecher des Wildes, Jäger und Stifter

Die Deutsche Wildtier Stiftung trauert um Claus Robert Agte.

Hamburg, 03. Januar 2018

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Die Deutsche Wildtier Stiftung trauert um Claus Robert Agte, der am Neujahrstag 2018 in Hamburg verstorben ist. "Mit ihm verlieren wir einen vorbildlichen Jäger und einen begeisterten Freund des Wildes. Seinen klaren Worten und beeindruckenden Taten konnte sich keiner entziehen. Wir haben mit Blick auf die Jagd und den Umgang mit Wild viel von ihm lernen dürfen. Sein Wirken in unseren Köpfen und für Wild und Natur, insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern, wird immer bleiben", betont Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Claus Robert Agte - Visionär einer respektvollen Jagd und Träger des Bundesverdienstkreuzes

Im Sommer 1943 dienstverpflichtet

Agte wurde 1926 in Hamburg geboren. Bereits in Kindertagen begleitete er den leidenschaftlich jagenden Vater. Arbeitsdienst und Krieg griffen früh nach dem Heranwachsenden und so musste er noch letzte Kriegstage und eine anschließende kurze Kriegsgefangenschaft erleben. Nach dem Krieg waren die erfolgreiche Tätigkeit als Versicherungsmakler und der spätere Verkauf seines Unternehmens die Basis für wirtschaftlichen Erfolg.

Claus Robert Agte (links) im Gespräch mit Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg Vorpommern

Gut Rodenwalde - ein Modell- und Vorzeigebetrieb

Nach vielen Jahren umsichtiger Jagd und Hege in Pachtrevieren Niedersachsens und Österreichs kaufte Agte im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands den Gutswald Rodenwalde im Westen Mecklenburg-Vorpommerns. Mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen wurde Rodenwalde zu einem Vorzeigerevier entwickelt. Es ist ein Modell für Wald mit Wild und für eine jagdliche Praxis, die u.a. über extrem kurze Jagdzeiten und das Schaffen von Äsungsflächen Rücksicht auf die Bedürfnisse von Rot- und Damwild nimmt. Agte setzte in Rodenwalde – ähnlich wie es die Deutsche Wildtier Stiftung in Klepelshagen tut – die Vision einer respektvollen Jagd um, die für alle Jäger wegweisend sein sollte.
1998 gründete Agte die Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“. Er förderte mit gleicher Hingabe Jugendwaldheime, wildbiologische Forschung und wissenschaftliche Symposien. "Wer Hilfe für ein überzeugendes Projekt brauchte, konnte sich auf ihn verlassen. Übergeordnetes Ziel war es immer, auf die Verantwortung des Jägers gegenüber der Natur hinzuweisen und sie zu stärken", beschreibt Hilmar von Münchhausen die Arbeit Agtes. Agtes Engagement wurde 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

Befreundet mit Haymo G. Rethwisch und würdiges Kuratoriumsmitglied der Deutschen Wildtier Stiftung

Agtes Wirken wird bleiben!

Mit dem Stifter der Deutschen Wildtier Stiftung, Haymo G. Rethwisch (1938 – 2014) verband Agte eine langjährige Freundschaft und der gemeinsame Wille, jagdliche Praktiken zu verändern und sich für die Wildtiere einzusetzen. Von 2006 bis 2012 unterstützte Agte die Arbeit der Deutschen Wildtier Stiftung als Mitglied des Kuratoriums. Mit dem Tod von Claus Robert Agte haben Wildtiere und Jagd einen großen Fürsprecher verloren!