Forschungspreis

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Elster

Forschung an heimischen Wildtieren hat in Deutschland Seltenheitswert. Obwohl es eine ganze Reihe von Herausforderungen und offenen Fragen in einer sich ständig verändernden Umwelt gibt, sind die Bedingungen für Forscher, insbesondere für Nachwuchsforscher, schlecht. Die Deutsche Wildtier Stiftung schließt diese Lücke mit der Vergabe ihres Forschungspreises, der intensive Forschungsvorhaben rund um die heimische Tierwelt ermöglicht.

Durch Wildtierforschung Wissenslücken schließen

Wie können wirksame Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten aussehen? Welche Auswirkungen hat das sich wandelnde Klima für einzelne Arten? Wie gehen Wildtiere mit Gefahren, bedingt durch den Menschen, um? Sind neu auftretende Krankheiten Grund zur Sorge bei Mensch und Wildtier? Diese und andere Fragen bleiben oft unbeantwortet, denn in der heimischen Forschungslandschaft stehen andere Themen im Fokus. Alle zwei Jahre vergibt die Deutsche Wildtier Stiftung den mit bis zu 50.000 Euro dotierten Forschungspreis. Bereits seit 1997 fördert die Stiftung so die Arbeit herausragender Nachwuchswissenschaftler. Über die Vergabe entscheidet eine von der Deutschen Wildtier Stiftung unabhängige Jury renommierter Wissenschaftler. Der Forschungspreis zeichnet nicht nur Arbeiten aus dem Bereich der Naturwissenschaften aus. Auch sozial- oder geisteswissenschaftliche Arbeiten, die zu einem besseren Verständnis von Wildtieren beitragen, können gefördert werden.

Forschungspreis 2015

Welche Reaktionen rufen Wildtiere in uns Menschen hervor, sobald sie sich in unseren Lebensräumen aufhalten? Was für ein Gefühl haben wir, wenn wir beispielsweise einen Wolf sehen, der durch die Heide streift? Oder eine schwarze Krähe in den Hinterhof des Hauses einfliegt? Warum fassen viele Menschen nicht gern Frösche an?

Diplom-Psychologin Uta Maria Jürgens, Forschungspreisträgerin der Deutschen Wildtier Stiftung 2015, beleuchtet Fragen wie diese mit ihrem Promotionsprojekt „Vom Konflikt zur Koexistenz“ – die Mensch-Wildtier-Beziehung aus dem Blickwinkel der menschlichen Psyche. Denn für die einen stellen Wildtiere schützenswerte Symbole für die Natur dar. Für andere werden Wildtiere, die in menschliche Lebensräume eindringen, zu Problemtieren. Uta Maria Jürgens will auf experimentelle Weise erforschen, welche Mechanismen hier gelten und was die Menschen besser machen können, um Konflikte mit Wildtieren von vornherein zu vermeiden.

Die Bandbreite der bisher prämierten Forschungsthemen ist groß: Vom Zug der bedrohten Wiesenweihe bis hin zur Winterschlafstrategie des ebenso gefährdeten Feldhamsters wurden in den letzten Jahren unterschiedlichste Themen behandelt, die alle eines gemeinsam haben: Heimische Wildtiere in den Fokus rücken.

Seit 1997 haben wir bereits 20 Nachwuchswissenschaftler mit dem Forschungspreis unterstützt. Neu gewonnene Erkenntnisse der Forscher konnten auf den Wildtierschutz übertragen werden. Und: Oft stand der Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung am Beginn einer glänzenden Karriere!

Auswahl bisheriger Forschungsarbeiten

2015
Diplom-Psychologin Uta Maria Jürgens
Vom Konflikt zur Koexistenz (Laufendes Projekt)

2013
Dr. Lisa T. Warnecke
Ökophysiologische Anpassungen von Kleinsäugern in urbanen Habitaten am Beispiel des Igels

2011
Dr. Stefanie Monecke
Ontogenese, Reproduktions- und Überwinterungserfolg beim Feldhamster

2009
Dr. Christiane Trierweiler
Die Bedeutung afrikanischer Rast- und Überwinterungsgebiete für den Schutz eines bedrohten Langstreckenziehers, der Wiesenweihe

2007
Dr. Gernot Segelbacher
Genetische Grundlagen für das Überleben der Birkhuhnpopulationen in Deutschland

2005
Dr. Joanna Fietz
Reproduktionsdynamik des Siebenschläfers als Zeigerfunktion für den Status von Mischwäldern

Igel-im-Gras

Der Igel ist ein Städter

Zum Tiefschlaf an die Hauptstraße? Dr. Lisa Warnecke präsentiert neue Ergebnisse zum Schlafverhalten der Igel.

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