Wer läuft durch den Wildkatzentunnel?

Kleiner Durchgang, große Wirkung

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Verkehrsopfer mit Querungshilfen verhindern

Hamburg, 28. Dezember 2018

Keine andere vom Menschen ausgehende Gefahrenquelle beeinträchtigt Wildkatzen mehr als der Straßenverkehr. In einem Wald im Ostharz wurden zwischen 1990 und 2009 in einem bestimmten Abschnitt einer Bundesstraße immer wieder Wildkatzen überfahren (die registrierten Totfunde konzentrierten sich an zwei Punkten des 750 m langen Straßenabschnittes). 2011 wurde im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt an beiden Stellen eine Querungshilfe in die Straße eingebaut.
Seitdem gibt es dort keine Verkehrsopfer mehr zu beklagen - die Tiere gelangen sicher von einem Revierabschnitt zum nächsten.

2018 hat die Deutsche Wildtier Stiftung im Jahr der Wildkatze mit Hilfe automatischer Kameras (Fotofallen) untersucht, wie gut diese Querungshilfe im Ostharz von Wildkatzen angenommen wird. Die positive Nachricht: Nicht nur die Wildkatze profitiert von der Einrichtung einer Querungshilfe! Schauen Sie doch mal in unserer Fotogalerie, wer den Tunnel noch alles nutzt:

Die Querungshilfe als Erfolgsmodell

Im Jahr 2018 sind insgesamt bisher 150 Tiere durch beide Tunnel gelaufen: davon hauptsächlich Füchse (51 mal) und Wildkatzen (40 mal). Aber auch Waschbären, Baummarder, Dachse, Luchse und Steinmarder sind beliebte Durchgänger gewesen.

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Wildkatze beim Fauchen.

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