Baumarten in Deutschland
Die wichtigsten Laub- und Nadelbäume
Ein Drittel unseres Landes ist von Wäldern bedeckt, das entspricht einer Fläche von rund 11,5 Millionen Hektar. In diesen grünen Gebieten kommen über 50 Baumarten und Baumartengruppen vor. Sie produzieren Sauerstoff, speichern Wasser und Kohlenstoff, stellen die nachhaltige Ressource Holz bereit und sind nicht zuletzt Lebensraum für zahlreiche Wildtiere. Von langlebigen Eichen, dürrefesten Kiefern bis zu schnellwüchsigen Birken und Pappeln – mit ihren vielfältigen Eigenschaften und unterschiedlichen Lebensraumansprüchen können die bei uns vorkommenden Baumarten fast jede Fläche besiedeln.
WIE HEIMISCHE WÄLDER ENTSTANDEN
Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 15.000 Jahren begann eine klimatische Warmphase. Die schmelzenden Eismassen ebneten den Weg für die Ansiedlung der heute in Deutschland heimischen Pflanzenarten, und Wälder breiteten sich aus. In den gemäßigten Breiten großer Teile Mitteleuropas setzten sich vor allem Laubbaumarten wie Buche und Eiche durch und bestimmten das Waldbild.
Im Laufe der Jahrtausende lernte der Mensch, die Landschaft nach seinen Bedürfnissen zu gestalten und den Wald zu nutzen. Rodungen, Aufforstungen und Waldweide haben die Wälder stark verändert und prägen bis heute ihr Erscheinungsbild. Echte Urwälder gibt es in Deutschland nicht mehr. In Wirtschaftswäldern stehen vor allem die Baumarten im Vordergrund, deren Holz vielseitig verwendet werden kann, etwa als Baumaterial, zum Heizen oder für die Herstellung von Möbeln. In Zeiten des Klimawandels gewinnen aber auch Mischwälder wieder an Bedeutung – Baumartenvielfalt und Klimaresilienz werden immer wichtiger. In Nationalparks, in Wildnisgebieten oder in Wäldern des Nationalen Naturerbes soll langfristig der „Urwald von morgen“ entstehen: Hier wird der Wald seiner natürlichen Entwicklung überlassen und die Zusammensetzung seiner Baumarten nicht beeinflusst.
Jeder Baum ein Spezialist
Welche Baumart sich wo etabliert, hängt in erster Linie von den klimatischen Bedingungen, dem Nährstoffgehalt des Bodens und der Wasserverfügbarkeit ab. Im Laufe der Evolution haben die verschiedenen Arten faszinierende Strategien und Eigenschaften entwickelt, um unterschiedlichste Lebensräume besiedeln zu können – von den kargen Höhenlagen der Alpen über wassergeprägte Auen naturnaher Flüsse bis hin zu trockenen Sandböden der Geest. Tiefe Pfahlwurzeln, die bis zum Grundwasser reichen, Luftwurzeln, die Wasser und Nährstoffe direkt aus der Luft aufnehmen können, eine hohe Schattentoleranz oder eine besonders helle Rinde, die vor der Sonne schützt – jede Baumart ist spezialisiert auf bestimmte Bedingungen. Im stetigen Ringen um Licht, Nährstoffe und Wasser entscheidet aber auch die Durchsetzungsfähigkeit gegen die Konkurrenz darüber, welche Arten in einem Gebiet vorkommen.
Deutsche Wälder bestehen laut Bundeswaldinventur zu 50 Prozent aus Nadelbäumen und zu 47 Prozent aus Laubbäumen. Dabei nehmen elf Baumarten etwa 90 Prozent des sogenannten Holzbodens ein, also des Waldanteils, auf dessen Fläche Bäume wachsen. Zu diesen Arten gehören die Gemeine Fichte, Gemeine Kiefer, Rotbuche, Traubeneiche, Stieleiche, Gemeine Birke, Gemeine Esche, Schwarzerle, Europäische Lärche, Douglasie und der Bergahorn. Weitere 40 Baumarten, darunter auch die sogenannten Edellaubbäume wie Linde, Ulme und weitere Ahornarten sowie Weichlaubhölzer wie Pappel und Weide, teilen sich rund 7 Prozent des Holzbodens. Auf den übrigen 3 Prozent der Waldfläche haben Dürren, Stürme und Insektenbefall Lücken und Blößen hinterlassen. Hier entsteht langfristig ein neuer Wald mit widerstandsfähigeren Baumarten. Es zeigt sich, dass Wälder in Deutschland vor großen Herausforderungen durch sich ändernde Umweltbedingungen stehen.
Baumarten auf unseren Stiftungsflächen
Die Deutsche Wildtier Stiftung besitzt 8.200 Hektar Fläche in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Rund 63 Prozent dieser Fläche sind mit Wald bedeckt. Auf unseren Naturerbe- und Waldwildnisflächen wollen wir die Wälder ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, um eine möglichst naturnahe Zusammensetzung von Baumarten zu erreichen.
Einen anderen Teil unserer bewaldeten Flächen bewirtschaften wir nachhaltig und wildtierfreundlich. Hier setzen wir auf anpassungsfähige Mischwälder, die sich im Zuge der Naturverjüngung aus den vorhandenen Baumarten begründen. Wo es nötig ist, pflanzen wir weitere gebietseigene und standorttypische Baumarten, um die Vielfalt zu erhöhen. Hierzu gehören alle Baumarten, die sich nach der letzten Eiszeit auf natürliche Weise in Deutschland angesiedelt haben. Arten, die später durch den Menschen eingebracht wurden, wie die Douglasie, die Rosskastanie, die Roteiche oder die Küstentanne, zählen nicht dazu. Diese drängen wir aber auch nicht zurück, sondern integrieren sie in die Bewirtschaftung.
Wo durch Stürme, Insektenbefall oder andere natürliche Störereignisse Lücken und Blößen entstehen, lassen wir gezielt Pionierwaldphasen zu. In diesem ersten Abschnitt der Waldentwicklung siedeln sich lichtliebende Baumarten wie Weiden, Pappeln oder Ebereschen sowie eine Vielzahl kleiner krautiger Pflanzen und Sträucher wie der Rote Fingerhut und die Himbeere an. Zudem fördern wir struktur- und artenreiche Waldlebensräume wie Waldränder, indem wir lichtliebende oder blütenreiche Baumarten wie Vogelkirsche und Zitterpappel pflanzen.
Baumarten
Laubbäume
Ahorn
Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Mittel- und Südeuropa, vor allem im Bergland. So kann er im Harz und Erzgebirge bis in 900 Metern Höhe vorkommen, in den Zentral- und Ostalpen bis in 2.000 Metern Höhe. So weit oben ist kaum eine andere Laubbaumart zu finden.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 3 Prozent
Maximales Alter: 500 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 120–140 Jahre
Maximale Höhe: 30 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die Früchte des Ahorns gleichen einem Propeller und werden auch als biologischer Hubschrauber bezeichnet. So stellt der Baum eine großflächige Verbreitung sicher. Bei jungen Bäumen ist die Rinde noch glatt und grau, und wegen der Rindenfalten am Stammanlauf gleicht er einem Elefantenfuß. Mit zunehmendem Alter löst sich die Rinde stellenweise ab und es entsteht ein schuppiges Muster.
Birke
Hängebirke (Betula pendula)
Die Birke ist eine sogenannte Pionierbaumart: Sie ist eine der ersten Baumarten, die auf Freiflächen wurzeln. Sie besitzt besonders leichte und flugfähige Samen und kommt auch mit wenig Substrat zurecht.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 5 Prozent
Maximales Alter: 120 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 60–80 Jahre
Maximale Höhe: 30 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die Rinde ist weiß und glatt, mit einzelnen weißgrauen Querbinden. Die helle Farbe schützt den Baum vor der Sonne, indem sie die Strahlen reflektiert. Die Rinde entwickelt im Laufe der Jahre eine grobe, tiefrissige, längsgefurchte Borke. Ihren Namen verdankt die Art den hängenden Ästen. Wegen der körnigen, rauen Erhebungen an den Ästen wird sie auch als Sandbirke bezeichnet.
Buche
Rotbuche (Fagus sylvatica)
Die Buche ist in ganz Mitteleuropa heimisch. Unter natürlichen Bedingungen wäre fast ganz Deutschland von Buchen- oder Buchenmischwäldern bedeckt. Buchen kommen besonders gut mit Schatten zurecht – ein Vorteil gegenüber anderen Baumarten.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 17 Prozent
Maximales Alter: 300 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 120–140 Jahre
Maximale Höhe: 45 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Buchen haben eine auffallend glatte Rinde. Die Blätter sind oval und glänzend mit geradem Rand. Ihre Nussfrüchte, die Bucheckern, reifen im September bzw. Oktober, sind bis zu 2 Zentimeter lang, dreikantig und braun.
Eiche
Stieleiche (Quercus robur) und Traubeneiche (Quercus petraea)
Eichen sind lichtliebende Bäume. Sie wachsen sowohl in zeitweise nassen Auen (Stieleiche) als auch auf trockenen Böden (Traubeneiche), etwa in Mischwäldern mit Kiefern. Sie bieten Lebensraum für mehrere tausend Tierarten. Ihre Früchte, die Eicheln, sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel und Säugetiere und spielten früher auch als Futter für Schweine auf Höfen und in der Waldweide eine große Rolle.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 12 Prozent
Maximales Alter: 1.000 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 120–300 Jahre
Maximale Höhe: 40 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die Eicheln der Traubeneiche hängen in einer Traube zusammen, die der Stieleiche an einzelnen Stielen. Die Rinde beider Baumarten ist mit tiefen, längsgefurchten Einschnitten versehen. Charakteristisch sind zudem die länglichen Blätter mit wellenförmigem Rand, die nach oben hin breiter werden.
Erle
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Die Erle ist eine echte Überlebenskünstlerin. Sie kann an Ufern und sogar auf wassergesättigten Böden wachsen, die für die meisten Bäume zu sauerstoff- und stickstoffarm sind. Ein Belüftungssystem im unteren Stammbereich versorgt die Wurzeln mit Sauerstoff. Die Erle geht außerdem eine Lebensgemeinschaft mit sogenannten Knöllchenbakterien im Wurzelbereich ein. Sie liefern der Erle Stickstoff und werden von ihr im Gegenzug mit Zucker und Sauerstoff versorgt.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 3 Prozent
Maximales Alter: 120 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 60–80 Jahre
Maximale Höhe: 28 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die Erle ist die einzige Laubbaumart, die wie Nadelbäume Zapfen bildet. Die kleinen, kugeligen Früchte sind nur 2 bis 4 Millimeter groß. Ihren Namen trägt die Schwarzerle aufgrund der dunklen, oft schwärzlichen Borke.
Kastanie
Esskastanie (Castanea sativa)
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Esskastanie liegt in Südeuropa, Nordafrika und Kleinasien. Weil sie besonders widerstandsfähig gegenüber Trockenheit ist, wird die Baumart in Deutschland heute oft in Wäldern gepflanzt, um den Baumbestand zu ergänzen und den Wald robuster gegenüber Klimaveränderungen zu machen. Die Esskastanie ist nicht zu verwechseln mit der Rosskastanie. Trotz ihres ähnlichen Namens sind die Arten nicht miteinander verwandt und mit ihren jeweiligen Erkennungsmerkmalen gut zu unterscheiden. Vorsicht ist bei den Früchten geboten: Die Kastanien der Esskastanie sind essbar, die der Rosskastanie für den Menschen leicht giftig.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 3 Prozent (Gesamtwert der Gruppe „Andere Laubbäume hoher Lebensdauer“)
Maximales Alter: 600 Jahre
Maximale Höhe: 30 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die Esskastanie hat bis zu 20 Zentimeter lange, gesägte Blätter. Die Früchte der Esskastanie sind von einer grünen Hülle mit zahlreichen feinen Stacheln umgeben und tragen an der Spitze einen pinselartigen Auswuchs.
Pappel
Zitterpappel oder Aspe (Populus tremula)
Wie die Hängebirke ist sie eine Pionierbaumart und besiedelt Lücken im Waldbestand nach natürlichen Störungen wie Stürmen oder Insektenbefall. Meist ist sie in Alleen und im Offenland zu finden. Für knapp 90, teils spezialisierte Schmetterlingsarten ist die Zitterpappel eine bedeutende Nektar- und Raupenfutterpflanze. Sie trägt außerdem zum Nährstoffhaushalt und zur Grundwasserbildung bei. Wegen ihres geringen wirtschaftlichen Nutzens wurde sie aus deutschen Wäldern allerdings lange Zeit zugunsten der Hauptbaumarten verdrängt.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 4 Prozent (Gesamtwert der Gruppe „Andere Laubbäume niedriger Lebensdauer“)
Maximales Alter: 200 Jahre
Maximale Höhe: 30 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Ihren Namen verdankt diese Pappelart ihren rundlichen Blättern mit gezacktem Rand, die bei der leichtesten Brise zu zittern beginnen. Die graue Rinde an Stamm und Ästen trägt routenförmige Muster.
Nadelbäume
Douglasie
Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Die Douglasie stammt aus Nordamerika und wurde im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht. Im Wirtschaftswald wird sie insbesondere wegen ihres stabilen Holzes und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit genutzt. Sie wächst schnell und kann beeindruckende Höhen und Stammdurchmesser erreichen. Der höchste Baum Deutschlands ist ebenfalls eine Douglasie: Die „Waldtraut vom Mühlwald“ ist rund 68 Meter hoch und steht in einem Wald bei Freiburg.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 2 Prozent
Maximales Alter: 500–700 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 60–120 Jahre
Maximale Höhe: 50–100 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Markant sind die dünnen, dreizipfeligen Deckschuppen, die zwischen den Samenschuppen der 4 bis 10 Zentimeter langen Zapfen herausragen. Nadeln und Harz der Douglasie duften intensiv nach Orange.
Fichte
Gemeine Fichte (Picea abies)
Die Gemeine Fichte wächst in Deutschland natürlicherweise in den Mittel- und Hochgebirgen. Als wirtschaftlich bedeutender Holzlieferant und schnellwachsende Baumart wurde sie insbesondere in den Nachkriegsjahren in großen Reinbeständen über ihr natürliches Verbreitungsgebiet hinaus gepflanzt. Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer haben der Fichte in den vergangenen Jahren zugesetzt, sodass ihr Anteil an der Waldfläche rückläufig ist.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 21 Prozent
Maximales Alter: 600 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 80–130 Jahre
Maximale Höhe: 50 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die Zapfen reifen im Oktober bzw. November, sind braun, zylindrisch, etwa 10 bis 16 Zentimeter lang und fallen im Spätwinter ab. Die Rinde ist anfangs glatt und kupferbraun, wird aber mit zunehmendem Alter graubraun mit sich aufbiegenden Schuppen.
Kiefer
Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Die Kiefer ist ausgesprochen lichtbedürftig und reagiert empfindlich auf Beschattung durch andere Baumarten. Dafür kommt sie gut mit nährstoffarmen und auch trockenen Böden zurecht. Mit ihren bis zu 6 Meter langen Pfahlwurzeln erreicht die Kiefer tief gelegene, wasserführende Bodenschichten. Im vergangenen Jahrhundert wurde sie deshalb zum Teil großflächig auf Sandböden in Nord-, Süd- und Ostdeutschland angepflanzt.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 22 Prozent
Maximales Alter: 600 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 80–150 Jahre
Maximale Höhe: 40 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Bereits aus der Ferne ist die Kiefer an ihrer zweifarbigen Rinde zu erkennen. Der untere Teil des Stamms ist dunkelbraun und die Borke grobrissig. Die Spiegelrinde im oberen Teil des Stamms ist dagegen glatt und orange. Die Zapfen der Kiefer sind rautenförmig, dunkelbraun und 3 bis 8 Zentimeter lang. Wenn sie im Frühjahr nach zweijähriger Reifephase aufplatzen, sind die Knackgeräusche im Wald zu hören.
Lärche
Europäische Lärche (Larix decidua)
Die Lärche ist die einzige in Mitteleuropa heimische Nadelbaumart, die ihre Nadeln im Winter abwirft. Im Herbst zeigen sich Lärchen wie Laubbäume daher in einer goldenen Färbung.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 3 Prozent
Maximales Alter: 600 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 100–140 Jahre
Maximale Höhe: 50 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die schmalen, weichen Nadeln sind 1,5 bis 3 Zentimeter lang. Beim Austrieb im Frühjahr sind sie hellgrün und rosettenförmig angeordnet. Im Laufe des Sommers dunkeln sie nach, bis sie sich im Herbst goldgelb färben und abfallen. Die Rinde der Lärche ist wie bei der Kiefer grobrissig.
Tanne
Weißtanne (Abies alba)
Die Weißtanne wächst vor allem in kühlen und feuchten Berg- und Mittelgebirgslagen. Ihr herzförmiges Wurzelsystem reicht tiefer in die Erde als das der Fichte. Dadurch ist die Weißtanne weniger durch Trockenheit und Stürme gefährdet.
Anteil am Baumbestand in Deutschland: 2 Prozent
Maximales Alter: 600 Jahre
Erntealter im Wirtschaftswald: 90–130 Jahre
Maximale Höhe: 65 Meter
Besondere Erkennungsmerkmale: Die Rinde ist mit ihrer silber- bis weißgrauen Farbe auffallend hell und bricht in eckige Schuppen auf. Die Nadeln der Tanne sind an der Spitze abgerundet und fühlen sich weicher an als die der Fichte. Die weiblichen Zapfen sind in der Blüte im Frühjahr grünlich und färben sich zur Reife im Herbst hell- bis rötlichbraun. Dann können die Samenschuppen abfallen. Die Zapfenspindeln bleiben dagegen oft noch über Jahre am Baum.