Wildtierland - Landschaften in guten Händen

Wir schützen und entwickeln Landschaften auf über 5.000 Hektar

Totholz bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.

„Natur Natur sein lassen“ oder „Pflegen und Bewahren“? Die Deutsche Wildtier Stiftung verfolgt seit Beginn beide Ziele. Durch Flächenerwerb werden Lebensräume für Wildtiere und Wildpflanzen dauerhaft gesichert. Wir engagieren uns für eine wildtierfreundliche und ökologische Nutzung auf Wirtschaftsflächen, initiieren Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und unterstützen ein wichtiges Ziel des Naturschutzes in Deutschland: das Schaffen von Wildnis. Vor allem auf den Flächen des Nationalen Naturerbes verfolgt die Stiftung langfristig diese Strategie. Damit trägt sie auch aktiv zum Gelingen der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ der Bundesregierung bei.

Wirtschaften mit der Natur

Wildtierfreundliche Landnutzung heißt das Leitbild auf rund 3.500 Hektar des Stiftungseigentums. Auf den Flächen Alte Fahrt, Bredenfelde, Fintel und Klepelshagen werden ökologischer Landbau und nachhaltige Forstwirtschaft in Eigenregie praktiziert oder das Land an lokale Landwirte mit entsprechenden Auflagen verpachtet. Eine wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft verzahnt Artenschutz und Nutzung zum Wohl einer artenreichen Kulturlandschaft.

Unsere land- und forstwirtschatlichen Flächen werden wildtierfreundlich bewirtschaftet.

Beispiele für wildtierfreundliche Landwirtschaft

  • Zum Schutz bodenbrütender Vogelarten werden Grünlandflächen erst spät im Jahr gemäht und es wird eine Mindesthöhe von 10 cm eingehalten.
  • Blühstreifen, in denen Rebhühner und Hasen aber auch viele Insekten Nahrung finden unterbrechen unsere Ackerflächen.
  • Auf Ackerflächen lassen wir zu Gewässern 10 m breite Schutzstreifen.

Beispiele für wildtierfreundliche Forstwirtschaft

  • Wir fördern eine Erhöhung des Totholzanteils im Wald, der Vögeln, Käfern, Insekten und Fledermäusen zugutekommt.
  • Generell ist der Holzeinschlag in unseren Wäldern niedrigerer als im herkömmlichen Wirtschaftswald.
  • Eine gezielte Entnahme einzelner Bäume dient der Entwicklung alter Baumbestände und vielfältiger Aufwuchsstrukturen.
  • Der Waldumbau von standortfremden Nadelgehölzen zu heimischen Baumarten erfolgt bei uns möglichst ohne den Bau von Wildschutz-Zäunen.

Ob und wie sich diese Bewirtschaftungsauflagen auswirken, wird durch regelmäßige Untersuchungen dokumentiert: Das Monitoring der Brutvögel und Schmetterlinge sowie die Erfassung von Orchideen sind Beispiele hierfür.

Nationales Naturerbe Deutschland

Hier hat die Natur absoluten Vorrang! Rund 156.000 Hektar Wald, Moor und Offenland im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland wurden nach der Wiedervereinigung von der Privatisierung ausgenommen, da sie für den Naturschutz von besonderer Bedeutung sind. Ein Großteil dieser Flächen wurde seit 1999 an Stiftungen und Verbände übertragen. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat seit 2007 für rund 1.300 Hektar in acht Gebieten in Mecklenburg-Vorpommern Verantwortung übernommen. Noch im Jahr 2017 wird sich das Nationale Naturerbe unserer Stiftung auf 3.640 Hektar erhöhen. Eine große Herausforderung für die kommenden Jahre.
In zukünftig elf Gebieten stellt die Stiftung sicher, dass die Ziele des Natur- und Artenschutzes erreicht werden.
Auf über der Hälfte der bisherigen Flächen gilt seit der Übernahme das Motto „Natur Natur sein lassen“. Dies wird sich in den kommenden Jahren auf rund 80% erhöhen. Rund 300 Hektar Fläche werden zugunsten besonderer Arten wie dem Schreiadler gepflegt und offen gehalten.

Lebensraumverteilung auf den NNE-Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung

Die Stiftung hat sich vertraglich gegenüber dem Bundesumweltministerium zur Einhaltung naturschutzfachlicher Kriterien auf den Flächen des Nationalen Naturerbes verpflichtet:

  • sofortiger Nutzungsverzicht des Waldes, wenn es sich um einen naturnahen Wald handelt; ansonsten wird in den kommenden 20 Jahren durch gezielte Maßnahmen z. B. eine Erhöhung der Strukturvielfalt, die Förderung heimischer Baumarten und die Gestaltung von Waldinnen- und Waldaußensäumen gefördert.
  • Verbesserung des Wasserhaushaltes in Mooren und Auen sowie der Strukturgüte bzw. der Qualität von Gewässern.
  • Erhalt und Pflege von wertvollen bzw. gefährdeten Offenlandlebensräumen wie z. B. Trockenrasen und Feuchtgrünland.
  • Anpassung der forst-, fischerei- und landwirtschaftlichen Nutzungen an die naturschutzfachlichen Zielstellungen der jeweiligen Gebiete.

Welche Ziele in welchem Gebiet verfolgt werden, wie die Flächenkulisse aussieht, ob es noch Optimierungsbedarf gibt - all diese Informationen werden im Folgenden dargestellt.

Durch einen Klick auf den Flächennamen gelangt man zu den jeweiligen Detailansichten des Gebietes.
Mit den „Plus“- und „Minus“-Symbolen lässt sich der Kartenausschnitt selbst bestimmen. Mit dem Regler kann die Veränderung der Flächenbesitzkulisse nachvollzogen werden. Ganz nach links verschoben zeigt sich die Fläche, wie sie in unseren Besitz überging. Ganz nach rechts verschoben erscheint der aktuelle im Flächenbesitz der Deutschen Wildtier Stiftung.

DIE HERAUSFORDERUNG

Ein prioritäres und wichtiges Ziel der Stiftung ist es, zusammenhängende Gebiete für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu sichern. Unzerschnittene, großflächige und nutzungsfreie Räumen sind wichtige Rückzugsorte für Tier- und Pflanzenarten. Aus den Detailkarten wird deutlich, dass die Flächenkulissen bei der Übertragung des Nationalen Naturerbes zum Teil sehr zersplittert waren. Im Laufe der Zeit ist der Stiftung eine Arrondierung der Flächen gelungen. Das heißt, eine Abrundung zur Verbesserung des Grenzverlaufes und damit ist eine Vereinheitlichung des Managements des Gebietes möglich. Diese Ergänzungskäufe oder Flächentäusche konnte die Stiftung in den vergangenen 10 Jahren unter anderem dank der Hilfe von Spendern vollziehen.

DOKUMENTATION AUF DEN FLÄCHEN

Um die Entwicklung von Arten und Lebensräumen zu dokumentieren und Handlungsfelder für ihren Schutz zu identifizieren, werden unterschiedliche Monitoringverfahren auf dem Flächeneigentum umgesetzt. So werden Untersuchungen zu vorkommenden Brutvogel- und Fledermausarten, zu Feldhasen und zu Standorten von Greifvogelhorsten vorgenommen. Um die Veränderungen der Landschaft langfristig zu dokumentieren wird auf allen Flächen jährlich ein Fotomonitoring durchgeführt. An ausgewählten Standorten wird in jedem Jahr zwischen Mai und Juni dasselbe Motiv aus der immer gleichen Perspektive fotografiert.

Eine ausführliche Beschreibung unserer Naturschutzflächen finden Sie in unserer Broschüre Wildtierland – Landschaften in guten Händen.

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  • Wildtierland - Landschaften in guten Händen

    In unserer Broschüre haben wir ausführliche Beschreibungen unserer Naturschutzflächen für Sie zusammengestellt.

    Autor: Deutsche Wildtier Stiftung

    Jahr: 2015

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Unsere Wildtierland Projekte

Unsere Wildtierland Projekte

Alte Fahrt

577 Hektar mit wildtierfreunldicher Land- und Forstwirtschaft

Im Jahr 2016 beschloss der niedersächsische Unternehmer Horst Lieberwirth die von ihm errichtete Stiftung „Alte Fahrt / Leppiner Heide“ aufzulösen und das Vermögen – im Wesentlichen Wald- und Agrarflächen - auf die Deutsche Wildtier Stiftung zu übertragen. Seit Januar 2017 gehört nun die Stiftungsfläche Alte Fahrt zum Stiftungseigentum. Namensgebend für die Fläche ist die ehemalige Wasserstraße zwischen Mirow und dem Bolter Kanal am Ostufer der Müritz. Im Norden schließt der Müritz-Nationalpark an.
Die Fläche besteht aus 500 Hektar Wald und 77 Hektar Agrarflächen, die an ortsansässige Landwirte verpachtet sind.

MONOTONEN KIEFERNWALD IN STRUKTURREICHEN NADELMISCHWALD UMWANDELN

Die Waldfläche ist überwiegend geprägt durch monotone Kiefernwälder mit versprengt liegenden Feldern und Wiesen. Reine Nadelwaldkulturen, in der alle Bäume derselben Altersklasse angehören, sind anfällig für Sturmereignisse und Schadinsekten. Wegen des geringen Lichteinfalls kann sich keine natürliche Bodenvegetation entwickeln, in der viele Tierarten geeignete Lebensbedingungen vorfinden.

Dieses Waldbild soll in einen naturnahen, strukturreichen Nadelmischwald überführt werden. Durch Pflanzungen von Laubhölzern wie Buche, Elsbeere, Traubeneiche und Linde wollen wir erreichen, dass langfristig die Kiefer nur noch als Begleitbaumart eine Rolle spielt. Das Konzept wurde in den vergangenen sechs Jahren bereits umgesetzt und wissenschaftlich begleitet.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Gestaltung und Schaffung des Lebensraums Waldrand. In diesen vielfältigen Strukturen kann sich eine artenreiche Flora und Fauna entwickeln: Wärmeliebende Eidechsen und Schlagen nutzen offene Stellen zum Sonnenbaden, für Dachse, andere Marder und den Siebenschläfer stellen die Beeren- und fruchtreichen Sträucher eine hervorragende Futterquelle dar. Zahlreiche Vogelarten nisten und brüten in diesem Lebensraum.

Naturerbe Birkholz

26 Hektar Wildnisfläche

Mit nur 26 Hektar die kleinste unserer NNE-Flächen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird nicht, wie der Name vermuten lässt, durch die Birke dominiert. Es ist der Berg-Ahorn, der immerhin 66 Prozent der Fläche prägt. Weitere 20 Prozent setzen sich aus Birken, Erlen und Eschen zusammen. Da über 90 Prozent der Gesamtfläche als naturnah bezeichnet werden können, wird hier der Gedanke der natürlichen Waldentwicklung seit 2011 umgesetzt.
Die Fläche ist Teil der Großlandschaft des Oberen Tollensegebietes. Diese Einheit zeichnet sich durch eine große Strukturvielfalt mit kuppigem Gelände und verstreut liegenden Stillgewässern aus.

Die einzelnen Flächen des Eigentums sind nicht zusammenhängend. Ihre verstreute Lage erschwert es, die Lebensbedingungen für Kranich und Mittelspecht zu verbessern. Deshalb arbeiten wir an einer weiteren Zusammenlegung der Flächen. Hierfür kontaktieren wir Eigentümer der angrenzenden Flurstücke und versuchen, die Flächen durch Kauf oder Tausch miteinander zu verbinden.

BIOTOPKARTIERUNG

Die erste Biotopkartierung wurde 2014 als Grundlagendatenerfassung durchgeführt. Das Vorkommen von Wasser-Schwertlilie, Weichem Lungenkraut und Wald-Engelwurz zeigt an, dass es eine hohe Bodenfeuchte gibt, die es zu erhalten gilt. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Fläche nur wenig Totholz aufweist. Dies wird sich im Zuge der ausbleibenden Nutzung in den kommenden Jahren ändern, so dass hiervon viele Arten profitieren können.

Bei der letzten Brutvogelkartierung im Jahr 2015 wurden 36 Brutvogelarten auf der Fläche festgestellt, wovon Pirol, Schwarzspecht und Trauerschnäpper als Profilarten für diesen Lebensraum zu nennen sind.

Bredenfelde

60 Hektar wildtierfreundliche Landwirtschaft

Seit 2015 gehören der Stiftung knapp 60 Hektar Grünland und Ackerflächen in der Feldberger Seenlandschaft. An diesem Standort hat der Schreiadler eines seiner letzten Schwerpunktvorkommen und die Bewirtschaftung der Flächen steht vollständig in seinem Dienst: In Kooperation mit den Landwirten vor Ort soll durch eine extensive Nutzung die Zahl der Kleinsäuger wie z.B. der Mäuse als Beutetier für den Schreiadler erhöht werden. Das bedeutet, dass keine Düngung und keine Behandlung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln erfolgen sowie nur ein bis zwei Schnitte pro Jahr durchgeführt werden.

Die Flächen wurden auch mit Fördermitteln des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern gekauft.

Ausführliche Informationen über das Schreiadlerprojekt finden Sie hier.

Naturerbe Caselower Heide

135 Hektar Gesamtfläche, davon 50 Hektar Wildnisfläche, 30 Hektar temporärer Waldumbau, 55 Hektar Wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft

Der zusammenhängende Mischwald liegt zwischen den Urstromtälern der Uecker und der Randow. Das komplette Gebiet der Caselower Heide ist als Flora-Fauna-Habit-Gebiet und Vogelschutzgebiet europarechtlich geschützt. 33 verschiedene Biotoptypen konnten auf der Naturerbefläche festgestellt werden. Im rund 100 Hektar großen Waldareal befinden sich diverse feuchte Senken, die der Rotbauchunke und dem Kammmolch gute Lebensgrundlagen bieten. Wir haben vor zu evaluieren, ob es einen Optimierungsbedarf für die vorhandenen Gewässer und Feuchtgebiete gibt.

Auch wenn das Waldbild sich überwiegend als ein strukturierter und vielfältiger Laubwald aus Ahorn, Esche, Buche und Eiche präsentiert, gibt es verschiedene Parzellen mit Nadelhölzern, die in den kommenden Jahren noch umgebaut werden.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Erhöhung des Totholzanteils für z. B. Schwarzstorch und Schwarzspecht. Auf den rund 15 Hektar Landwirtschaftsflächen, die direkt an das Waldeigentum angrenzen, wird in den kommenden Jahren eine Extensivierung der Nutzung angestrebt, um damit die Nahrungshabitate für den Schreiadler zu verbessern.

Neben den bereits erwähnten Großvögeln sind als weitere ornithologische Besonderheiten die Arten Pirol, Waldlaubsänger und Teichralle zu nennen.

Die Bedeutung von Totholz

Totholz im Wald ist wichtig, da es neben Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere (Insekten, Vögel, Säugetier, Amphibien und Reptilien) ist, auch Grundlage für Pilze, Pflanzen und Flechten darstellt. Weiterhin ist liegendes Totholz ein hervorragender Wasserspeicher und Nährstofflieferant, so dass Prozesse der Naturverjüngung dort besonders gut gedeihen.

Naturerbe Eichhorst

245 Hektar Wildnisfläche

In diesem großartigen rund 500 Hektar Waldareal gehören der Stiftung 275 Hektar. Das eben bis kuppige Gelände weist eine Vielzahl von Lebensräumen auf: Sölle, Erlenbrüche, Eschenwälder, Eichen, Buchen, Moorflächen und Feuchtsenken geben dem Gebiet einen sehr abwechslungsreichen Charakter. Dies hat bereits 1981 dazu geführt, dass ein Teil der Fläche als Naturschutzgebiet mit den Zielen „die Lebensräume für die Großvogelarten zu erhalten, den Wasserhaushalt zu sichern und die Mittelwaldstrukturen zu pflegen“ auszuweisen. Mittlerweile ist das Gebiet auch als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet unter Schutz gestellt.

DOKUMENTATION
Über die Hälfte der Fläche ist bereits ein naturnaher Laubwald und 136 Pflanzenarten konnten 2014 kartiert werden. Highlights in diesem Flächenareal sind 150-200 jährige Buchen und die Naturverjüngung von Stiel-Eichen in 100-jährigen Fichtenbeständen. Die Artenliste an Vögeln lässt erahnen, dass hier eine naturschutzfachlich wertvolle Fläche die Gebietskulisse der Stiftung bereichert: neben Schreiadler und Schwarzstorch sind Baumpieper, Waldlaubsänger, Waldwasserläufer, Schwarzspecht, Rot- und Schwarzmilan, Seeadler zu nennen.

Eine 2016 in Auftrag gegebene Fledermauskartierung rundet das Bild ab. Neun von 17 in Mecklenburg-Vorpommern vorkommenden Fledermausarten konnten nachgewiesen werden. Besonders erfreulich waren die Funde des Mausohrs als FFH-Anhang II Art (Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen) sowie der Großen Bartfledermaus. Diese Waldfledermausart hat nachweislich 2016 im Gebiet reproduziert.

Fintel

280 Hektar wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft

Fintel ist der Ursprung der Deutschen Wildtier Stiftung. Knapp 280 Hektar erwarb der Stifter Haymo G. Rethwisch bereits seit den 1960er Jahren in der niedersächsischen Nordheide. Rund 110 Hektar Acker- und Grünlandfläche werden heute ökologisch bewirtschaftet. Der Rest sind Waldflächen, Moore und Heiden. Insgesamt handelt es sich um eine reich strukturierte und abwechslungsreiche Landschaft mit wenig Beunruhigung entlang der Fintau.

Der Finteler Wald wird nach den Grundsätzen der nachhaltigen Forstwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung von Naturschutz bewirtschaftet. In Anlehnung an das LÖWE Programm (Langfristige Ökologische WaldEntwickung) werden die Nadelholzbestände, welche seinerzeit als Erstaufforstung auf Acker- und Ödlandflächen angelegt wurden, in standortgerechte Laubholzbaumarten der potentiell natürlichen Vegetation umgewandelt. So schaffen wir in Fintel eine naturnahe Flora, um einer artenreichen Tierwelt den bestmöglichen Lebensraum zu bieten.

Neben dem Wacholder als charakteristische Pflanze für die Heide wächst als Besonderheit aus der Pflanzenwelt in Fintel der Gagelstrauch mit seinem würzigen Geruch. Vogelarten, die typisch für eine kleinteilige Agrarlandschaft mit einem Wechsel von Feld- und Waldgehölzen sind, finden auf der Fläche noch ihren Lebensraum. Dazu zählen zum Beispiel Feldlerche, Wachtel, Heidelerche, Kuckuck, Neuntöter, Pirol, Rohrweihe und Wespenbussard. Dieser Strukturvielfalt wird die Stiftung in den kommenden Jahren noch mehr Aufmerksamkeit schenken.

Naturerbe Hornshagen

46 Hektar Wildnisfläche

Dieser 46 Hektar umfassende naturnahe Buchenwald mit Moorwaldparzellen ist eine Wildnisinsel in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Das Gebiet befindet sich in einer Senke der eiszeitlich geprägten Grundmoränenlandschaft mit grundfeuchten Böden. Bereits seit langem wird hier nicht mehr gewirtschaftet, so dass bis zu 300 Jahre alte Bäume und ein hoher Totholzanteil zu finden sind.

BEEINDRUCKENDE ANZAHL AN BRUTVOGELARTEN

Durch die wenigen Störungen und die Grundfeuchte im Gebiet ergab die Brutvogelkartierung 2015 eine Liste von 48 Vogelarten. In diesem Kleinod finden Schwarzstorch, Schreiadler, Zwergschnäpper, Baumpieper und Waldlaubsänger ihre notwendigen Lebensraumstrukturen. Das unterstreicht die Wichtigkeit der Meldung als Teil des europäischen Vogelschutzgebietes „Feldberger Seenlandschaft und Teile des Woldegker Hügellands“. Die hohe Anzahl von Singvögeln und Spechten spricht für das reichhaltige Totholzangebot des Gebietes. Bei einer Studie der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) wurde das naturschutzgemäße Management von Waldflächen untersucht. Dabei war der Wirtschaftswald avifaunistisch deutlich artenärmer als der nicht mehr bewirtschaftete Wald. Bei der Studie wurden im Schnitt 0,8 Vogelarten je Hektar im nicht mehr bewirtschafteten Wald kartiert. Im Gebiet Hornshagen konnten sogar 1,1 Vogelarten je Hektar aufgenommen werden.

Klepelshagen

2.580 Hektar wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft

Die hügelige Endmoränenlandschaft um das Gut Klepelshagen im Südosten von Mecklenburg-Vorpommern besticht mit seinen vielfältigen Waldbildern und den ökologisch bewirtschafteten Flächen. Rund 2.580 Hektar sind heute im Eigentum der Stiftung. Die Flächen werden durch Mitarbeiter unseres Gutes Klepelshagen bewirtschaftet und unter Artenschutzaspekten betreut.

Auf den Flächen hat sich, im Vergleich zu konventionellen Bewirtschaftungsformen, eine einzigartige Artenvielfalt entwickelt:

  • Über 110 Brutvogelarten z. B. Trauerseeschwalbe, Kranich, Wespenbussard, Zwergschnäpper und Braunkehlchen
  • 120 verschiedene Tag-und Nachtfalterarten
  • 100 teils seltene Wildbienenarten

Der Verzicht von Pestiziden auf den Flächen fördert das Vorkommen der zahlreichen Insektenarten.

Die eiszeitlich geprägte Landschaft besticht durch hohe Strukturvielfalt und zahlreiche Sölle. Diese Resteislöcher beherbergen eine artenreiche Amphibienfauna. Rotbauchunke, Laubfrosch und Knoblauchkröte sind hier hervorzuheben. Bei den Säugetieren sticht der Siebenschläfer heraus – er hat hier seine nördlichste Verbreitungsgrenze.

Naturerbe Leopoldshagen

232 Hekar temporärer Waldumbau

Als diese Fläche in der Nähe des Stettiner Haffs im Landkreis Vorpommern-Greifswald 2011 an die Deutsche Wildtier Stiftung übertragen wurde, bestand sie aus unzähligen kleinen Parzellen, die weit verstreut voneinander lagen. Mit einem umfangreichen Flächentausch wurden die Flurstücke zusammengeführt und bilden jetzt eine nahezu geschlossene Einheit von 232 Hektar.

Jetzt beginnt der zweite Schritt der Naturschutzarbeit: Der Umbau eines von der Kiefer dominierten Waldbildes zu einem strukturreichen Mischwald. Naturräumlich gehört die Fläche zur Ueckermünder Heide und ist durch arme Böden gekennzeichnet. Trotz der armen Böden weist die Fläche mit 37 verschiedenen Biotoptypen eine gewisse Vielfalt auf. Zum jetzigen Zeitpunkt sind aber noch über 75 Prozent der Fläche mit Nadelwald bestockt. Hier gilt es in den kommenden 15 Jahren durch eine angepasste Forstwirtschaft Initiale für naturnahe Waldgesellschaften zu schaffen. Kleine Laubwaldinseln mit Eichen und Buchen sowie Feuchtsenken lassen das Potenzial der Fläche schon heute erkennen. Vogelarten wie Pirol, Baumpieper, Turteltaube und Schwarzspecht nutzen diese naturnahen Bereiche.

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Naturerbe Schwichtenberg

420 Hektar Gesamtfläche

Mit 420 Hektar ist diese in Vorpommern liegende Fläche das größte Naturerbe- Gebiet der Stiftung. Es erstreckt sich über die beiden Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald. Das Stiftungseigentum liegt in drei Schutzgebieten: dem europäischen Vogelschutzgebiet „Großes Landgrabental, Galenbecker und Putzarer See“ und den beiden Flora-Fauna-Habitat Gebieten „Demnitzer Bruch, Schafhorst und Lübkowsee“ und „Putzarer See“.

180 Hektar Wildnisfläche

Rund 180 Hektar der Fläche sind abwechslungsreicher Wald mit urwüchsigem Eichen-Ahorn-Eschenbestand, Hallenbuchenwald und vereinzelten Ulmen, die man dort bestaunen kann. Hier hat die Natur Vorrang und es finden seit 2011 keine forstwirtschaftlichen Maßnahmen mehr statt. Die Feuchtgebiete und angrenzenden Wasserflächen fördern das Vorkommen von Fischotter und Biber.

240 Hektar wildtierfreundliche Landwirtschaft

Der überwiegende Teil der rund 240 Hektar Agrarflächen wurde bereits auf eine ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Die initiierten Pflanzungen von Weichhölzern und Etablierung von Altgrasstreifen kommen im Offenland auch dem Feldhasen zu Gute. Als offizielles Zählgebiet des „Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD)“ werden im Frühjahr und Herbst festgelegte Zählstrecken erfasst.

Auch die Brutvogelkartierung 2015 zeigte, dass sich ein Großteil der 29 verschiedenen Biotoptypen bereits in einem naturnahen Zustand befinden, den es zu erhalten bzw. noch zu verbessern gilt. Die Großvögel Schreiadler, Seeadler, Kranich und Rotmilan nutzen das Gebiet bereits als Brut- und Nahrungshabitat. Aber auch das Vorkommen der Profilarten Braunkehlchen, Kiebitz, Mittelspecht, Pirol, und Schwarzspecht unterstreichen die Bedeutung des Gebietes für den Naturschutz.

Naturerbe Steinhagen

50 Hektar Wildnisfläche und 10 Hektar Wildtierfreundliche Landwirtschaft

Im Landkreis Nordwestmecklenburg liegt diese rund 60 Hektar große Niedermoorfläche mit einem Erlenbruch. Die stark von Wasser geprägte Fläche weist eine hohe Strukturvielfalt aus. Bei einer Biotopkartierung 2015 wurden auf der verhältnismäßig kleinen Fläche 23 unterschiedliche Biotoptypen festgestellt. Rund 1/3 der Fläche sind ein zusammenhängender Erlenbruch, ergänzt um ein ausgedehntes Großseggenried. Die Hanglagen der Senken sind mit Buchenwald bewachsen. Die Naturnähe dieser Fläche mit einem hohen Totholzanteil macht Steinhagen so wertvoll. Auch das Artenspektrum mit den besonderen Pflanzenarten Wasserfeder und Gelb-Segge oder den beiden Lurcharten Kammmolch und Rotbauchunke spiegelt dies wieder. Von den 2015 kartierten Brutvogelarten sind hier als Besonderheiten Kranich und Schwarzspecht neben dem Seeadler zu nennen.

Schutzgebiete

Die gesamte NNE-Fläche liegt innerhalb des Vogelschutzgebietes „Kariner Land“, welches als Ziel die Erhaltung und Förderung u.a. folgender Arten hat: Fischadler, Kranich, Mittelspecht, Raubwürger, Rotmilan, Schreiadler, Schwarzstorch, Sperbergrasmücke und Wachtelkönig. Außerdem ist sie Teil des FFH-Gebietes „Kleingewässerlandschaft bei Kirch Mulsow“. Die Schutzgebietskategorie Flora-Fauna-Habitat (FFH) wurde europaweit, für Gebiete mit besonderen Vorkommen geschützter Arten und geschützter Lebensraumtypen vergeben. Ein besonderes Augenmerk liegt in den kommenden Jahren auf der Verbesserung des Wasserhaushaltes im Gebiet zugunsten des Vorkommens von Kammmolch und Rotbauchunke.

Naturerbe Woldeforst

100 Hektar Wildnisfläche und 20 Hektar temporärer Waldumbau

Die 120 Hektar große Waldfläche hat trotz ihrer zersplitterten Lage ein enormes naturschutzfachliches Potenzial. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelegen ist die Grundmoränenlandschaft von Grund- und Stauwasser beeinflusst. Fast die gesamte Fläche liegt im europäischen Vogelschutzgebiet „Recknitz- und Trebeltal mit Seitentälern und Feldmark“ und rund die Hälfte der Fläche ist als Flora-Fauna-Habitat „Drosedower Wald und Woldeforst“ ausgewiesen. Von den insgesamt 32 verschiedenen Biotoptypen überwiegen zu gleichen Teilen Laubholz heimischer Arten und Eschen-Mischwald.

Die 55 Hektar Eschen-Mischwald sind größtenteils vom Eschentriebsterben betroffen, so dass ein erheblicher Teil der Fläche von stehendem und liegendem Totholz dominiert wird. Das Eschentriebsterben ist eine Infektionskrankheit verursacht durch einen Pilz. Dieser befällt zunächst die Blätter und dann Triebe und Holz der Eschen, so dass diese vollständig absterben. Die Stiftung überlässt diese Fläche sich selbst und beobachtet im Rahmen des Fotomonitorings, wie sich diese Flächen im Laufe der Jahre verändern.

Nur 10 Prozent der Fläche Woldeforst wird von verstreut liegendem Nadelwald eingenommen. Der rund 200 Jahre alte Laubbaumbestand aus Eichen, Buchen, Eschen und Ulmen bildet die Grundlage für das ausgewiesene Waldschutzareal zugunsten des Schreiadlers. Und auch der seltene und eher heimliche Zwergschnäpper ist Bewohner dieses hochstämmigen Baumbestandes. Zusätzliche Profilarten sind Mittelspecht und Schlagschwirl. Auch die Mopsfeldermaus, die ihre Nahrung und ihre Ruheplätze in naturnahen Wäldern aufsucht, kommt im Gebiet vor. Aus botanischer Sicht runden die seltenen Arten Sumpf-Pippau und Schmalblättriges Wollgras das Bild ab.

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Broschüre

Die Naturschutzflächen der Deutschen Wildtier Stiftung im Portrait

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