Wildtierland - Landschaften in guten Händen

Wir schützen und entwickeln Landschaften auf über 5.000 Hektar

Totholz bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.

„Natur Natur sein lassen“ oder „Pflegen und Bewahren“? Die Deutsche Wildtier Stiftung verfolgt seit Beginn beide Ziele. Durch Flächenerwerb werden Lebensräume für Wildtiere und Wildpflanzen dauerhaft gesichert. Wir engagieren uns für eine wildtierfreundliche und ökologische Nutzung auf Wirtschaftsflächen, initiieren Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und unterstützen ein wichtiges Ziel des Naturschutzes in Deutschland: das Schaffen von Wildnis. Vor allem auf den Flächen des Nationalen Naturerbes verfolgt die Stiftung langfristig diese Strategie. Damit trägt sie auch aktiv zum Gelingen der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ der Bundesregierung bei.

Wirtschaften mit der Natur

Wildtierfreundliche Landnutzung heißt das Leitbild auf rund 3.500 Hektar des Stiftungseigentums. Auf den Flächen Alte Fahrt, Bredenfelde, Fintel und Klepelshagen werden ökologischer Landbau und nachhaltige Forstwirtschaft in Eigenregie praktiziert oder das Land an lokale Landwirte mit entsprechenden Auflagen verpachtet. Eine wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft verzahnt Artenschutz und Nutzung zum Wohl einer artenreichen Kulturlandschaft.

Beispiele für wildtierfreundliche Landwirtschaft

  • Zum Schutz bodenbrütender Vogelarten werden Grünlandflächen erst spät im Jahr gemäht und es wird eine Mindesthöhe von 10 cm eingehalten.
  • Blühstreifen, in denen Rebhühner und Hasen aber auch viele Insekten Nahrung finden unterbrechen unsere Ackerflächen.
  • Auf Ackerflächen lassen wir zu Gewässern 10 m breite Schutzstreifen.

Beispiele für wildtierfreundliche Forstwirtschaft

  • Wir fördern eine Erhöhung des Totholzanteils im Wald, der Vögeln, Käfern, Insekten und Fledermäusen zugutekommt.
  • Generell ist der Holzeinschlag in unseren Wäldern niedrigerer als im herkömmlichen Wirtschaftswald.
  • Eine gezielte Entnahme einzelner Bäume dient der Entwicklung alter Baumbestände und vielfältiger Aufwuchsstrukturen.
  • Der Waldumbau von standortfremden Nadelgehölzen zu heimischen Baumarten erfolgt bei uns möglichst ohne den Bau von Wildschutz-Zäunen.

Ob und wie sich diese Bewirtschaftungsauflagen auswirken, wird durch regelmäßige Untersuchungen dokumentiert: Das Monitoring der Brutvögel und Schmetterlinge sowie die Erfassung von Orchideen sind Beispiele hierfür.

Nationales Naturerbe Deutschland

Hier hat die Natur absoluten Vorrang! Rund 156.000 Hektar Wald, Moor und Offenland im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland wurden nach der Wiedervereinigung von der Privatisierung ausgenommen, da sie für den Naturschutz von besonderer Bedeutung sind. Ein Großteil dieser Flächen wurde seit 1999 an Stiftungen und Verbände übertragen. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat seit 2007 für rund 1.300 Hektar in acht Gebieten in Mecklenburg-Vorpommern Verantwortung übernommen. Noch im Jahr 2017 wird sich das Nationale Naturerbe unserer Stiftung auf 3.640 Hektar erhöhen. Eine große Herausforderung für die kommenden Jahre.
In zukünftig elf Gebieten stellt die Stiftung sicher, dass die Ziele des Natur- und Artenschutzes erreicht werden.
Auf über der Hälfte der bisherigen Flächen gilt seit der Übernahme das Motto „Natur Natur sein lassen“. Dies wird sich in den kommenden Jahren auf rund 80% erhöhen. Rund 300 Hektar Fläche werden zugunsten besonderer Arten wie dem Schreiadler gepflegt und offen gehalten.

Lebensraumverteilung auf den NNE-Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung

Die Stiftung hat sich vertraglich gegenüber dem Bundesumweltministerium zur Einhaltung naturschutzfachlicher Kriterien auf den Flächen des Nationalen Naturerbes verpflichtet:

  • sofortiger Nutzungsverzicht des Waldes, wenn es sich um einen naturnahen Wald handelt; ansonsten wird in den kommenden 20 Jahren durch gezielte Maßnahmen z. B. eine Erhöhung der Strukturvielfalt, die Förderung heimischer Baumarten und die Gestaltung von Waldinnen- und Waldaußensäumen gefördert.
  • Verbesserung des Wasserhaushaltes in Mooren und Auen sowie der Strukturgüte bzw. der Qualität von Gewässern.
  • Erhalt und Pflege von wertvollen bzw. gefährdeten Offenlandlebensräumen wie z. B. Trockenrasen und Feuchtgrünland.
  • Anpassung der forst-, fischerei- und landwirtschaftlichen Nutzungen an die naturschutzfachlichen Zielstellungen der jeweiligen Gebiete.

Welche Ziele in welchem Gebiet verfolgt werden, wie die Flächenkulisse aussieht, ob es noch Optimierungsbedarf gibt - all diese Informationen werden im Folgenden dargestellt.

Durch einen Klick auf den Flächennamen gelangt man zu den jeweiligen Detailansichten des Gebietes.
Mit den „Plus“- und „Minus“-Symbolen lässt sich der Kartenausschnitt selbst bestimmen. Mit dem Regler kann die Veränderung der Flächenbesitzkulisse nachvollzogen werden. Ganz nach links verschoben zeigt sich die Fläche, wie sie in unseren Besitz überging. Ganz nach rechts verschoben erscheint der aktuelle im Flächenbesitz der Deutschen Wildtier Stiftung.

DIE HERAUSFORDERUNG

Ein prioritäres und wichtiges Ziel der Stiftung ist es, zusammenhängende Gebiete für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu sichern. Unzerschnittene, großflächige und nutzungsfreie Räumen sind wichtige Rückzugsorte für Tier- und Pflanzenarten. Aus den Detailkarten wird deutlich, dass die Flächenkulissen bei der Übertragung des Nationalen Naturerbes zum Teil sehr zersplittert waren. Im Laufe der Zeit ist der Stiftung eine Arrondierung der Flächen gelungen. Das heißt, eine Abrundung zur Verbesserung des Grenzverlaufes und damit ist eine Vereinheitlichung des Managements des Gebietes möglich. Diese Ergänzungskäufe oder Flächentäusche konnte die Stiftung in den vergangenen 10 Jahren unter anderem dank der Hilfe von Spendern vollziehen.

DOKUMENTATION AUF DEN FLÄCHEN

Um die Entwicklung von Arten und Lebensräumen zu dokumentieren und Handlungsfelder für ihren Schutz zu identifizieren, werden unterschiedliche Monitoringverfahren auf dem Flächeneigentum umgesetzt. So werden Untersuchungen zu vorkommenden Brutvogel- und Fledermausarten, zu Feldhasen und zu Standorten von Greifvogelhorsten vorgenommen. Um die Veränderungen der Landschaft langfristig zu dokumentieren wird auf allen Flächen jährlich ein Fotomonitoring durchgeführt. An ausgewählten Standorten wird in jedem Jahr zwischen Mai und Juni dasselbe Motiv aus der immer gleichen Perspektive fotografiert.

Eine ausführliche Beschreibung unserer Naturschutzflächen finden Sie in unserer Broschüre Wildtierland – Landschaften in guten Händen.

Unsere Wildtierland Projekte

Naturerbe Birkholz

Birkholz

Die kleinste der Stiftungsflächen in Mecklenburg-Vorpommern mit nur 26 ha wird nicht, wie der Name vermuten lässt, durch die Birke dominiert, sondern durch den Berg-Ahorn. Die verstreute Lage des Eigentums erschwert es, die Lebensbedingungen für Kranich und Mittelspecht zu verbessern. Deshalb wird an einer weiteren Arrondierung gearbeitet und daran, die Entwässerung des Waldes zu reduzieren. Denn noch zeugen. Wasser-Schwertlilie, Weiches Lungenkraut und Wald-Engelwurz zeugen von einer hohen Bodenfeuchte, die es zu erhalten gilt.

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Bredenfelde

Bredenfelde - Schreiadlerland

Seit 2015 gehören der Stiftung knapp 60 ha Grünland und Ackerflächen in der Feldberger Seenlandschaft. An diesem Standort hat der Schreiadler eines seiner letzten Schwerpunktvorkommen und die Bewirtschaftung der Flächen steht vollständig in seinem Dienst: In Kooperation mit den Landwirten vor Ort soll die Zahl der Kleinsäuger wie z.B. der Mäuse als Beutetier durch eine extensive Nutzung für den Schreiadler erhöht werden. Die Flächen wurden auch mit Fördermitteln des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern gekauft.

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Caselower Heide

Caselower

In diesem 96 ha großen Waldareal befinden sich diverse feuchte Senken, die der Rotbauchunke gute Lebensgrundlage bieten. Auch wenn das Waldbild sich überwiegend bereits als ein strukturierter und vielfältiger Laubwald aus Ahorn, Esche, Buche und Eiche präsentiert, gibt es verschiedene Parzellen mit Nadelhölzern, die in den kommenden Jahren noch umgebaut werden. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Erhöhung des Totholzanteils für z.B. Schwarzstorch und Schwarzspecht.

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Eichhorst

Eichhorst

In diesem großartigen rund 290 ha Wald gehören der Stiftung 226 ha. Sölle, Erlenbrüche, Eschenwälder, Eichen, Buchen, Moorflächen, Feuchtsenken und noch mehr geben dem Gebiet einen sehr abwechslungsreichen Charakter. Über die Hälfte der Fläche ist bereits ein naturnaher Laubwald und 136 Pflanzenarten konnten 2014 kartiert werden. Auch die Artenliste an Vögel lässt erahnen, dass hier eine naturschutzfachlich wertvolle Fläche die Gebietskulisse bereichert: neben Schreiadler und Schwarzstorch sind Baumpieper, Waldlaubsänger, Rot- und Schwarzmilan, Seeadler zu nennen.

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Fintel

Fintel

Fintel ist der Ursprung der Deutschen Wildtier Stiftung. Knapp 280 ha erwarb der Stifter Haymo G. Rethwisch bereits seit den 1960 iger Jahren in der niedersächsischen Nordheide. Rund 110 ha Acker- und Grünlandfläche werden heute ökologisch bewirtschaftet. Der Rest sind Waldflächen, Moore und Heiden. Insgesamt handelt es sich um eine reich strukturierte Landschaft entlang der Fintau. Der einst angepflanzte Nadelwald wird sukzessive mit Laubwald unterbaut. Neben dem Wacholder als charakteristische Pflanze für die Heide wächst als Besonderheit aus der Pflanzenwelt in Fintel der Gagelstrauch mit seinem würzigen Geruch. In Fintel finden besonders die Vogelarten, die typisch für eine kleinteilige Agrarlandschaft sind noch ihren Lebensraum.

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Hornshagen

Hornshagen

Dieser 46 ha große Buchenwald mit Moorwaldparzellen liegt mitten in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft mit grundfeuchten Böden. Neben der Tatsache, dass die Fläche bereits seit langem nicht mehr bewirtschaftet wird, dadurch störungsarm ist und einen grundfeuchten Boden aufweist, lässt die Liste der 42 kartierten Vogelarten erkennen, welch ein Kleinod hier vorliegt: Schwarzstorch, Schreiadler, Zwergschnäpper, Baumpieper und Waldlaubsänger.

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Klepelshagen

Klepelshagen

Die hügelige Endmoränenlandschaft um das Gut Klepelshagen im Südosten von Mecklenburg-Vorpommern besticht mit seinen vielfältigen Waldbildern sowie dem ökologisch bewirtschafteten Grünland und Feldfluren. Rund 2.580 ha sind heute im Eigentum der Stiftung. Über verschiedene 110 Brutvogelarten oder 120 Tag-und Nachtfalterarten konnten bereits nachgewiesen werden. Bei den Säugetieren sticht der Rothirsch heraus – es ist gelungen, ihn in die Landnutzung zu integrieren und den Wald-Wild Konflikt zu überwinden, Klepelshagen zeigt, dass ein Wirtschaften mit der Natur möglich ist.

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Leopoldshagen

Leopoldshagen

Als diese Fläche in der Nähe des Stettiner Haffs übertragen wurde, bestand sie aus unzähligen kleinsten Parzellen, die weit verstreut voneinander lagen. Mit einem umfangreichen Flächentausch wurden die Flurstücke zusammengeführt und bilden jetzt eine fast geschlossene Einheit mit 234 ha. Jetzt beginnt der zweite Schritt der Naturschutzarbeit: Der Umbau eines von der Kiefer dominierten Waldbildes zu einem strukturreichen Mischwald. Kleine Laubwaldinseln mit Eichen und Buchen sowie Feuchtsenken lassen das Potenzial der Fläche vereinzelt schon heute aufleuchten.

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Schwichtenberg

Schwichtenberg

Mit 406 ha ist diese in Vorpommern liegende Fläche das größte Naturerbegebiet der Stiftung. 2/3 der Fläche ist Acker- und Grünland und der Rest ein abwechslungsreicher Wald mit urwüchsigem Eichen-Ahorn-Eschenbestand, Hallenbuchenwald und vereinzelte Ulmen kann man dort bestaunen. Hier hat die Natur Vorrang und ist sich selbst überlassen. Die Feuchtgebiete und angrenzenden Wasserflächen fördern das Vorkommen von Fischotter und Biber. Der überwiegende Teil der Agrarflächen wurde bereits auf eine ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Die initiierten Pflanzungen von Weichhölzern und Etablierung von Altgrasstreifen kommen im Offenland auch dem Feldhasen zu Gute.

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Steinhagen

Steinhagen

Unweit von Wismar liegt diese rund 50 ha große Niedermoorfläche mit einem Erlenbruch. Die Naturnähe dieser Fläche mit einem hohen Totholzanteil macht Steinhagen so wertvoll. Auch das Artenspektrum mit den besonderen Pflanzenarten Wasserfeder und Gelb-Segge oder den beiden Lurcharten Kammmolch und Rotbauchunke spiegelt dies wieder. Stellvertretend für die kartierten Vögel seien hier Kranich und Schwarzspecht neben dem Seeadler zu nennen.

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Woldeforst

Woldeforst

Die 120 ha große Waldfläche bei Demmin hat trotz ihrer zersplitterten Lage ein enormes naturschutzfachliches Potenzial vorzuhalten. Der rund 200 Jahre alte Laubbaumbestand aus Eichen, Buchen, Eschen und Ulmen bildet die Grundlage für das ausgewiesene Waldschutzareal zugunsten des Schreiadlers. Und auch der seltene und eher heimliche Zwergschnäpper ist Bewohner dieses hochstämmigen Baumbestandes. Ebenso wie die Mopsfeldermaus, die in Wäldern sowohl ihre Nahrung sucht als auch ihre Ruheplätze hat. Aus floristischer Sicht runden Sumpf-Pippau und schmalblättrigem Wollgras das Bild ab.

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Broschüre

Die Naturschutzflächen der Deutschen Wildtier Stiftung im Portrait

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