Adler geschlüpft!

Es ist da! Vor ein paar Tagen ist in Lettland ein kleines Schreiadlerküken vor laufender Webcam aus dem Ei geschlüpft. Nun muss es schnell wachsen, denn bereits im September beginnt für den Jungvogel die Reise ins Winterquartier nach Südafrika. In den kommenden Monaten kann man seine Aufzucht in Echtzeit verfolgen. Vorausgesetzt, alles geht gut. 2020 dokumentierte die Kamera, wie ein Adlerküken vom Habicht erbeutet wurde.

Hamburg/Riga, 16. Juni 2021

Seit dem Frühjahr 2011 unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung ein Schreiadlerprojekt der Staatlichen Forstverwaltung in Lettland, bei dem das Brutgeschehen an zwei dortigen Schreiadlerhorsten per Livestream beobachtet werden kann. Vor Ankunft der Schreiadler im Frühjahr installierte Dr. Uģis Bergmanis, der lettische Schreiadler-Experte und Kooperationspartner der Deutschen Wildtier Stiftung, an mehreren Horsten je eine versteckte Kamera.

In diesem Jahr wird gleich in zwei Horsten Nachwuchs versorgt. Die Hoffnung ist groß, dass es beide Küken bis zum Ausfliegen im Spätsommer schaffen. Die versteckte Kamera in gut zehn Metern Höhe dokumentiert, wie viele Mäuse, Maulwürfe, Reptilien und Amphibien die Altadler an den Horst schaffen, um den hungrigen Schnabel ihres Kükens zu stopfen. Denn bei dem Projekt rund um die Webcam geht es nicht nur um schöne Bilder, sondern auch um handfeste Forschung: Die Übertragung ist Teil einer Untersuchung, bei der die Nahrungszusammensetzung für Schreiadlerküken untersucht wird.

Im Jahr 2020 wurde der Jungadler vor laufender Kamera von einem Habicht geschlagen. Ein Best-of Adler-TV aus den vergangenen Jahren finden Sie hier.

Bei uns in Deutschland sind Schreiadler mit kaum mehr als 120 Brutpaaren vom Aussterben bedroht – daher wird hier auch keine Webcam in Horstnähe installiert. Zum Rückgang des Greifvogels haben vor allem die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft geführt. Die Deutsche Wildtier Stiftung sucht gemeinsam mit ihren Partnern nach Lösungen, um den Greifvogelschutz in die Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen zu integrieren. Von 2011 bis 2016 hat die Stiftung in einem durch das Bundesamt für Naturschutz und das Land Mecklenburg-Vorpommern geförderten Projekt und in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft und dem Büro Salix erprobt, wie eine schreiadlergerechte Landnutzung in die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe integriert werden kann. Grundsatz im Projekt war die Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirten auf freiwilliger Basis und ein Ausgleich von wirtschaftlichen Nachteilen.

Seit 2014 hat die Deutsche Wildtier Stiftung außerdem im Naturpark Feldberger Seenlandschaft in der Nähe der Ortschaft Bredenfelde bereits 90 Hektar Grünland, Acker, Wald und sonstige Flächen erworben, um den Lebensraum für den Schreiadler zu verbessern. Das Gebiet rund um Bredenfelde eignet sich als Lebensraum für den Schreiadler besonders durch seine strukturelle Vielfalt in den umliegenden Wäldern als Bruthabitat und den Offenlandflächen als Jagdhabitat.

Majetetischer Schreiadler

Schreiadler

Schreiadler sind einzigartig. Sie pendeln zwischen Kontinenten und ihre Brutbiologie erschreckt und erstaunt zugleich.

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Schreiadlerjunges mit offenem Schnabel.

Schreiadler – Lebensräume sichern

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