Artenvielfalt erhalten, Lebensgrundlagen sichern

Wir zeigen, wie wirksamer Artenschutz aussieht – auch in Krisenzeiten

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Gerade in Krisenzeiten hat der Artenschutz einen schweren Stand: In Deutschland werden derzeit Verpflichtungen zugunsten der Nahrungsmittel- und Energieproduktion ausgesetzt. Die Deutsche Wildtier Stiftung zeigt mit ihren Projekten, dass das nicht so sein muss.

Hamburg, 05. Oktober 2022

Jeden Tag verlieren wir zahlreiche Arten auf unserem Planeten. Von diesem Schwund ist auch Deutschland stark betroffen. Jede dritte Tier- und Pflanzenart ist hierzulande gefährdet, zwei Drittel aller Lebensräume sind bedroht. Ein Beispiel sind Feldvögel, deren Lebensraum die von uns Menschen stark beanspruchte Offenlandschaft ist: Braunkehlchen, Kiebitz oder auch Feldlerche – ihr Bestand ist in den letzten 24 Jahren um 50 bis 90 Prozent zurückgegangen.

Im Juli 2022 hat die Weltnaturschutzunion die neueste Aktualisierung der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten vorgestellt. Insgesamt werden derzeit mehr als 147.500 Arten erfasst, von diesen wurden fast 41.500 in Bedrohungskategorien eingestuft – mehr als jemals zuvor.

Was in abstrakten Zahlen schwer begreiflich klingt, kann jeder vor der eigenen Haustür selbst erfahren. Plötzlich fehlt in der Natur Selbstverständliches: der Admiral im Garten, der Mauersegler hoch in der Luft, die Fledermaus in der Dämmerung, selbst die Insekten auf der Autoscheibe. Wir alle können dabei zuschauen, wie Tierarten vor unserer Haustür lautlos verschwinden.

Artenschutz betrifft uns alle

Die Naturkatastrophe, die sich vor unseren Augen ereignet, bedroht auch uns Menschen. Denn die Vielfalt der Natur ist für uns eine essenzielle Lebensgrundlage. Auf wie viele Arten können wir noch verzichten? Manchmal wird ein Fahrrad zum Vergleich herangezogen. Damit es fahrtüchtig ist, greifen viele Dinge ineinander. Fehlt die Klingel, fährt es weiter, ohne Bremse wird es brenzlig, aber geht die Kette kaputt, bricht das System zusammen. Noch ist es nicht zu spät. Mit einem umfassenden Schutz der heimischen Artenvielfalt können wir eine lebenswerte Umwelt erhalten.

Überall Krisen – und wo bleibt die Natur?

Wie wichtig ein engagierter Einsatz für den Artenschutz ist, zeigt sich gerade in den Krisenzeiten, die wir momentan erleben. Ob Pandemie oder Krieg – immer geht es auch um Lebensräume und Ressourcen, die gemeinsam genutzt oder verteidigt werden. Jüngste Folgen sind, dass auf artenreichen Brachflächen wieder Getreide-Monokulturen wachsen oder Gebiete für die Produktion von erneuerbaren Energien ausgewiesen werden. Die Anliegen dahinter sind wichtig. Aber wenn dafür Artenschutzverpflichtungen ausgesetzt werden, ist das für die Natur verheerend.

Die Deutsche Wildtier Stiftung handelt

Landwirtschaft und Energiegewinnung auf der einen und Artenschutz auf der anderen Seite müssen sich nicht ausschließen. Es gibt konkrete Empfehlungen für Maßnahmen. Sie müssen jetzt umgesetzt werden, denn die Zeit arbeitet gegen uns. Ist eine Art erst einmal ausgestorben, kann man sie nicht mehr zurückholen. Dass die Maßnahmen wirksam sind, zeigen die von der Deutschen Wildtier Stiftung umgesetzten Projekte. Auf Gut Klepelshagen beispielsweise sind die Brutbestände von Feldvögeln wie Grauammer, Braunkehlchen und Feldlerche stabil.

Die Deutsche Wildtier Stiftung handelt: Wir betreiben wildtiergerechte Land- und Forstwirtschaft, legen wertvolle Blühflächen für Insekten an und entwickeln Maßnahmen, die Landwirtschaft und Wildtierschutz vereinen, um damit zum Beispiel Rebhuhn, Kiebitz und Feldhamster zu schützen.

Die von uns eingenommen Spenden verwenden wir zur Finanzierung derartiger Natur- und Artenschutzmaßnahmen. Damit menschliche Krisen nicht zur Krise für unsere wildlebenden Tiere werden.

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Wo es am dringendsten gebraucht wird

Wildbienen oder Schreiadler, Rebhuhn oder Feldhamster – ein großer Teil der heimischen Tierwelt ist in seinem Bestand bedroht. Nach wie vor. Die Konsequenzen des Verlusts an biologischer Vielfalt sind spürbar. Deshalb schützen wir Wildtiere in Deutschland. Mit Ihrer Spende helfen Sie, die Natur und ihre Artenvielfalt zu bewahren!

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Totholz bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.

Wildtierland

„Natur Natur sein lassen“ oder „Pflegen und Bewahren“? Die Deutsche Wildtier Stiftung verfolgt seit Beginn beide Ziele. Durch Flächenerwerb werden Lebensräume für Wildtiere und Wildpflanzen dauerhaft gesichert. Wir engagieren uns für eine wildtierfreundliche und ökologische Nutzung auf Wirtschaftsflächen, initiieren Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und unterstützen ein wichtiges Ziel des Naturschutzes in Deutschland: das Schaffen von Wildnis.

Zum Projekt
Anja Proske (Deutsche Wildtier Stiftung) bei Kartierungsarbeiten auf einer der Campus-Versuchsflächen in Berlin-Dahlem.  Foto: Privat

Kein Platz für Rasen

Ein kurz geschorener Rasen hält Insekten fern, Wiesengräser und Blumen ziehen sie an. Bis zu vierzig Mal mehr Wildbienen, Käfer und andere geflügelte Insekten fanden Anja Proske (Deutsche Wildtier Stiftung), Sophie Lokatis (Initiative Blühender Campus FU) und Jens Rolff (Freie Universität Berlin) bei Ihrer Studie auf dem Gelände der FU Berlin. Ihre Forderung: Gerade auf öffentlichen Grünflächen sollte nicht mehr als zweimal pro Jahr gemäht werden.

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