Tier des Jahres 2017: die scheue Haselmaus

Warum es so wichtig ist, auf die Probleme des kleinen Bilches aufmerksam zu machen

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Noch scheut sie das Rampenlicht - aber das soll sich ändern: Im Jahr 2017 soll die kleine Haselmaus, die jetzt noch im Winterschlaf liegt, Schlagzeilen machen. Positive natürlich - denn darum geht es bei der Ernennung zum Tier des Jahres: Die Tiere, die hier regelmäßig seit 1992 ausgewählt werden, sind zwar nicht immer gleich bundesweit vom Aussterben bedroht. Aber ihr Lebensraum schwindet. Und dem soll mit der Wahl zum Tier des Jahres entgegen gesteuert werden.

Hamburg, 19. Dezember 2016

Sie hat wunderschöne Knopfaugen und ist viel zu scheu, um bei den Menschen großes Aufsehen zu erregen: die Haselmaus. Das winzige Wesen mit einem Schwanz so lang wie der ganze Körper schlummert jetzt dem Frühling entgegen. Die Auszeichnung Tier des Jahres 2017 soll auf die Probleme der Haselmaus aufmerksam machen. „Die Deutsche Wildtier Stiftung hat sich gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild für dieses faszinierende Säugetier aus der Familie der Bilche entschieden", sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Denn der Nager ist bereits in mehreren Bundesländern gefährdet und in Sachsen-Anhalt sogar vom Aussterben bedroht.“

Dem Tier des Jahres 2017 fehlt es an artenreichen Hecken und Gehölzen, die Schutz und Nahrung bieten

Die Haselmaus ist nur in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Das ist der Grund, warum sie vom Menschen meist völlig unbemerkt bleibt – genau wie ihr Rückgang. Die Bestände der Haselmaus sind in den letzten Jahrzehnten rapide geschrumpft, denn ihr Lebensraum verschwindet! Die Haselmaus ist auf ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot angewiesen und braucht artenreiche Wälder mit ausgeprägten Strauchschichten, die Brombeeren, Himbeeren, Holunder und Haselnüsse bieten. Durch ihre enge Bindung an Sträucher und Gehölze benötigt die Haselmaus eine lückenlose Vernetzung ihrer Lebensräume. Schon Unterbrechungen von Hecken und Gehölzen von nur wenigen Metern werden von den kleinen Nagern nicht überwunden!

Brombeeren zählen zu ihren Lieblingsbeeren, es darf aber auch mal eine Blattlaus sein

Haben Sie Mut zur Wildnis? Dann wohnt vielleicht sogar eine Haselmaus in Ihrem Garten. „Das scheue Tier bekommt man nur selten zu Gesicht. Aber wenn Sie eine ausgehöhlte Haselnuss finden, könnte es sein, dass eine Haselmaus zu Besuch war", sagt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Und wie kommt das Loch in die Nuss? „Um an den fetthaltigen Kern zu gelangen, öffnet die Haselmaus mit ihren winzigen Nagezähnen die Schale, indem sie ein kreisrundes Loch hineinfrisst.“

Haselmäuse haben viele Probleme: Ausgeräumte Agrarlandschaften ohne artenreiche Hecken und Gehölze, strukturarme Waldränder und der Mangel an unterschiedlichen Strauch- und Baumfrüchten sind maßgeblich für den Rückgang der Population mitverantwortlich.
Dabei haben Haselmäuse im Grunde genommen eine reichhaltige Speisekarte.
Im Frühjahr knabbern sie Knospen und Blüten, vertilgen im Sommer süße Früchte und auch mal Insekten. „Im Herbst mögen sie am liebsten Nüsse – wie der Name verrät, bevorzugen sie Haselnüsse“, sagt Münchhausen. „Sie brauchen das Fett, um sich genügend Speck für den Winterschlaf anzufressen.“ Zum Überwintern bauen Haselmäuse dicht gewobene Nester in der Laubschicht am Boden. Ende März erwachen die Langschläfer aus ihrem halbjährigen Schlaf. In den Sommermonaten ziehen sie auch gern in leerstehende Nistlästen ein und bauen ihr faustgroßes Nest in dichten Hecken.

Seit 1992 wird das Tier des Jahres bestimmt, um auf Natur- und Artenschutzprobleme aufmerksam zu machen

Seit 1992 wählt die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild das Tier des Jahres. Bei der Auswahl spielt die Gefährdung eines Tieres, wie auch die Bedrohung von Lebensräumen eine wesentliche Rolle. Seit November 2016 ist die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild Teil der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wurde 1949 von dem vielfach ausgezeichneten Naturschützer und Umweltpolitiker Dr. Wolfgang Burhenne gegründet. „Weltweit hat der Natur- und Artenschutz Dr. Burhenne viel zu verdanken – wir sind stolz, seine Arbeit zum Tier des Jahres fortzusetzen“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen.

Haselmaus im Sprung

Haselmaus

Die Haselmaus ist keine Maus im eigentlichen Sinne sondern der kleinste Vertreter europäischer Bilche. Durch ihre versteckte Lebensweise in der Dunkelheit können Haselmäuse kaum beobachtet werden.

Zum Steckbrief
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Tier des Jahres

Mit der Wahl des „Tier des Jahres“ setzt die Deutsche Wildtier Stiftung die langjährige Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort. Seit 1992 wird jedes Jahr ein Tier des Jahres gewählt, um es in den öffentlichen Fokus zu rücken.

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