Weltbienentag am 20. Mai

Honig- oder Wildbiene? Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai 2018 als Weltbienentag ausgerufen, um der breiten Öffentlichkeit die Leistungen von allen Bienen vor Augen zu führen. Wir erklären fünf wichtige Unterschiede zwischen der Honigbiene - die gezüchtet wird und als soziale Art in einem Bienenvolk lebt - und den Wildbienen, von denen es rund 600 verschiedene Arten in Deutschland gibt.

Hamburg, 16. Mai 2018

Wildbiene Bombus pascuorum - auch Ackerhummel genannt (Foto: Cristoph Künast)

Unter den Wildbienen gibt es zahlreiche Arten

Die Honigbiene kennt jeder - aber wer kennt sich mit Wildbienen aus? Die Deutsche Wildtier Stiftung zeigt hier Unterschiede auf. Denn das steht fest: Wenn von Bienen die Rede ist, steht das Haustier der Imker – die Honigbiene Apis mellifera (Bild unten) – im Vordergrund der öffentlichen Debatte. Dabei benötigen Wildbienen, die als Einzelgänger unterwegs sind, Schutz und Hilfe. Das kann auf öffentlichen Grünflächen genauso geschehen, wie im Kleingarten oder auf einem sonnigen Balkon.

Honigbiene (Foto: Herwig Winter piclease)

5 Unterschiede zwischen der Honigbiene und Wildbienen

5 wichtige Unterschiede zwischen Honig- und Wildbienen:

1) Honigbienen gehören alle zu einer Art: der Apis mellifera!

  • Bei den Wildbienen gibt es alleine in Deutschland über 600 verschiedene Arten.
  • Weltweit sind es über 20.000 Arten.
  • Ihre Namen sind unverwechselbar. Sie heißen Schneckenhausbiene (Osmiabicolor), Sandbiene (Andrena), Mörtelbiene (Megachile) oder Seidenbiene (Colletes).

2) Honigbienen werden gezüchtet und leben als soziale Art in
einem Volk mit mehreren Tausend anderen Individuen in Stöcken.

  • Wildbienen sind meist Einzelgänger mit individuellen Ansprüchen an ihren Lebensraum: Einige legen Niströhren im Erdboden an, andere bevorzugen Mauerritzen zum Nestbau, wieder andere Pflanzenstängel.

3) Honigbienen fliegen viele Pflanzen an.

  • Wildbienen sammeln Nektar an sehr wenigen, manchmal sogar nur einer einzigen Pflanzenart.

4) Honigbienen produzieren Honig.

  • aus den Nestern europäischer Wildbienen kann kein Honig gewonnen werden.

5) Der Stich einer Honigbiene tut (meist) weh.

  • Der Stich der Wildbiene ist für den Menschen wesentlich harmloser als der einer Honigbiene und meist kaum spürbar.

Wildbienen sind oft auf bestimmte Pflanzen spezialisiert

Wildbienen leiden unter Städte- und Straßenbau, der intensiven und auf wenige Kulturarten spezialisierten Landwirtschaft und dem Verschwinden von Feldrainen, Heiden und Magerrasen sowie anderen warmen und sandigen Lebensräumen. Die Deutsche Wildtier Stiftung weist im Zuge des Weltbienentages darauf hin, dass vor allem Wildbienen im Gegensatz zur domestizierten Honigbiene Schutz und Hilfe brauchen! Viele Bienenfreunde, die den Insekten etwas Gutes tun wollen, wissen nicht, dass Honigbienen und Wildbienen völlig unterschiedliche Arten mit stark verschiedenen Ansprüchen sind.

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Die Nahrungskonkurrenz zwischen der Honigbiene und den verschiedenen Wildbienenarten ist ein aktuell intensiv diskutiertes Thema im Naturschutz. Befördert wird die Debatte auch durch die stark zunehmende private Imkerei in Städten. Lesen Sie hier unser Positionspapier.

Nahaufname einer Wildbiene

Wildbienen

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