Welcher Zweig gehört zu welchem Baum?

Knospen-Kunde

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Wer seinen Garten umgestalten und beherzt Bäume, Hecken, Gebüsche oder Gehölze schneiden möchte, darf dies laut Bundesnaturschutzgesetz bis Ende Februar tun. Dann beginnt die Brutzeit der Vögel und die Natur wird zur Kinderstube. Allerdings: Ohne Blattwerk Pflanzen zu bestimmen, ist für Laien nicht so einfach. Vor allem bei der Baumbestimmung kommt es dann auf das Begutachten der Knospen an!

Hamburg, 15. Januar 2020

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Vom 1. Oktober bis Ende Februar dürfen Hecken, Gebüsche und Gehölze laut Naturschutzgesetz beschnitten werden. Das ist die Zeit, in der gefahrlos Äste und Zweige gekappt werden dürfen und Baumkrankheiten meist vermieden werden können. Aber welcher Zweig gehört zu welchem Baum oder Strauch? Die Knospen verraten es: hier eine kleine Auswahl häufiger Baumarten.

Spitzahorn (Acer compreste)

Merkmale: Die Knospen sind "kreuz-gegenständig" angeordnet, bedeutet: Sie sitzen von Knospenpaar zu Knospenpaar im rechten Winkel zueinander. Auffällig: Am Zweigende befinden sich bei allen einheimischen Ahornarten drei Knospen. Beim Spitzahorn sind diese rötlich gefärbt.

Spitzahorn

Spitzahorn (Foto:  Ole Stejskal)

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Merkmale: Bei der Rotbuche befinden sich die Knospen in der Zweigbeuge. Sie sind "lanzettlich" (wie bei einer Lanze) und somit spitz zulaufend geformt. Achtung: Verwechslungsgefahr mit der Hainbuche! Zum Unterscheiden auf die Färbung achten: Die Schuppen der Knospen der Rotbuche sind rein rötlich, die der Hainbuche dagegen grün-rötlich geschuppt.

Rotbuche

Rotbuche (Foto:  Ole Stejskal)

Hainbuche (Carpinus betulus)

Merkmale: Die Knospen der Hainbuche sind gedrungener und weniger spitz zulaufend als die Knospen der Rotbuche (siehe Foto-Vergleich zu oben). Die Farbe der Hainbuche-Knospen scheint grün-rot. Rotbuche und Hainbuche sind nicht miteinander verwandt: Die Hainbuche gehört botanisch gesehen zu den Birken.

Hainbuche

Hainbuche (Foto:  Ole Stejskal)

Eiche (Quercus spec.)

Merkmale: Am Zweigende häufen sich die Knospen - mehr als drei sind es bei der Eiche bestimmt! Unter den Knospen sitzt ein helleres Schuppenschild. Die Knospen sind eiförmig ausgebildet, der Ast/Zweig scheint silbrig-hell schimmernd. Mit dem Alter des Zweiges verschwindet die silberne Farbe.

Eiche

Eiche (Foto:  Ole Stejskal)

Eberesche (Sorbus aucuparia)

Merkmale: Von anderen Zweigen gut zu unterscheiden sind die weiß-silbrig behaarten Knospen. Der Zweig scheint silbrig, die Knospen liegen zudem eng am Zweig an. Die Eberesche ist auch als Vogelbeere bekannt - ihre orange-roten Beeren schmecken Singvögel, die weiches Futter bevorzugen, wie etwa Amsel, Singdrossel oder das Rotkehlchen. Die Eberesche macht sich in naturnahen Gärten besonders gut.

Eberesche

Eberesche (Foto:  Ole Stejskal)

Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

Merkmale: Die Knospen der Gemeinen (gewöhnlichen) Esche sind wie beim Ahorn kreuzgegenständig, also im rechten Winkel zueinander angeordnet. Sie sind dunkel-violett und ähnlich wie ein winziges Kreuzgewölbe geformt. Darunter liegen die Knospenschilder.

Gemeine Esche

Gemeine Esche (Foto:  Ole Stejskal)

Linde (Tilia cordata)

Merkmale: Die Farbe eines Zweiges der Winterlinde ist häufig rötlich. Die Intensität der Färbung hängt von der Sonneneinstrahlung ab. Die Knospen der Linde besitzen immer zwei Blätter, die sich überlappen.

Linde

Linde (Foto:  Ole Stejskal)
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