Schwalbe, Schleiereule, Schreiadler
Begegnungen der besonderen Art beim Team-Ausflug der Deutschen Wildtier Stiftung nach Klepelshagen
Weg vom Schreibtisch in der Großstadt und ab aufs Land hieß es für einige Mitarbeiterinnen der Deutschen Wildtier Stiftung am 8. Juli 2026. Das Team besuchte unseren Modellbetrieb in Klepelshagen – und erlebte dort die eine oder andere freudige Überraschung.
Zwei Tage ohne Laptop, Diensthandy und Meetings – dafür mit Fernglas, Wanderschuhen und ganz viel frischer Luft: Insgesamt 15 zum Teil neue Kolleginnen aus den Bereichen Buchhaltung, Naturschutz, Kommunikation, Naturbildung, Personal und Veranstaltung reisten aus Berlin und Hamburg in die Uckermark, um das Gut Klepelshagen und die zugehörigen Stiftungsflächen sowie das Team vor Ort näher kennenzulernen.
Die erste Überraschung wartete gleich zu Beginn auf die Besucherinnen, als das große, grüne Taxi vorfuhr, um sie zur Erkundungstour über die Stiftungsflächen abzuholen: Vom Traktor gezogen, ging es auf einem Anhänger über Stock und Stein. Während der Fahrt berichtete das Klepelshagener Team von Naturverjüngung in den Buchenwäldern, Landwirtschaft ohne künstlichen Dünger und der Suche nach Wildkatzen mithilfe von Baldrian-Lockstöcken.
Tierische Begegnungen
Besonders werden den Berlinerinnen und Hamburgerinnen die Begegnungen mit einigen gefiederten Klepelshagenern in Erinnerung bleiben – von unzähligen Rauch- und Mehlschwalben rund um den Schwalbenturm vor dem Gutshaus über drei Schleiereulenküken im alten Trafohäuschen bis zum imposanten Schreiadler, der seine Kreise über den Wald zog. Die Gruppe besuchte außerdem den Hinterwiesenweiher, auf dem das Klepelshagener Naturschutzteam im vergangenen Jahr eigens produzierte Edelstahl-Brutboote für Flussseeschwalben ausgebracht hat. Gleich nebenan zogen Trauerseeschwalben ihren Nachwuchs auf ebenfalls künstlich angelegten Brutinseln auf.
Das Konzert der Rotbauchunken bei Sonnenuntergang auf dem Weg vom Gut Klepelshagen zurück zum Haus Wildtierland wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Ein besonderer Höhepunkt der Tour war der Stopp an einer ehemaligen Kiesgrube, deren Steilwände wir im Frühjahr durch Fördergelder der Annette-Kiefer-Stiftung wieder herstellen und damit potenzielle Brutplätze für Uferschwalben schaffen konnten. Nachdem sich den ganzen Frühsommer nichts getan hatte, waren die Überraschung und Freude nun umso größer, als ausgerechnet beim Besuch der Stiftungskolleginnen vier Paare immer wieder emsig die Steilwand ansteuerten.
Das Highlight des Ausflugs hatte für mich Federn und hieß Schreiadler.
Ein Ort der Naturbildung
Auch eine Führung durch das Naturerlebniszentrum Haus Wildtierland in Gehren stand auf dem Programm. Das ehemalige Schullandheim, das durch die gemeinnützige GmbH Natur Erleben betrieben wird und zu 25 Prozent der Deutschen Wildtier Stiftung gehört, hat eine bewegte Geschichte. Seit zehn Jahren bietet es vor allem Schulklassen, aber auch Familien, Vereinen und allen Naturfans ein vielfältiges naturpädagogisches Angebot. Jetzt konnten die Mitarbeiterinnen der Stiftung in den komfortablen Zimmern übernachten und sich von der hohen Qualität des – auf Wunsch auch vegetarischen oder veganen – Essens überzeugen. Vom Haus Wildtierland war es dann nur ein Katzensprung zum Fledermausgarten Gehren, wo es über den bunt blühenden Wiesen und den angelegten Wasserflächen vor Insekten nur so summte. Fledermäuse finden hier ein reiches Nahrungsangebot und einen geräumigen Keller als Winterquartier. Braunes Langohr, Fransenfledermaus, Breitflügelfledermaus und Wasserfledermaus haben dort bereits überwintert.
Eine Schleiereule so nah zu erleben, war ein ganz besonderes Erlebnis.
Das Team besichtigte außerdem die ursprüngliche Botschaft der Wildtiere, die Stiftungsgründer Haymo G. Rethwisch 2005 selbst auf Gut Klepelshagen eröffnet hatte. Die kleine, moderne Ausstellung in der einstigen Scheune informiert heute auf zwölf beleuchteten Schautafeln über die Arbeit der Stiftung und die Flora und Fauna der umgebenden Landschaft.