Marienkäfer

Gepunkteter Glücksbringer

Marienkäfer Marienkäfer

Bestand in Deutschland:

rund 80 Arten

Bestandstrend:

Zunahme

Die Bestände nehmen zu.

Stabil

Die Bestände sind stabil.

Abnahme

Die Bestände nehmen ab.

Unbekannt

Keine Angabe zum Bestandstrend möglich.

Nützlicher Gartenbewohner

Die Familie der Marienkäfer (Coccinellidae) gehört zur Ordnung der Käfer (Coleoptera) und umfasst in Deutschland rund 80 Arten. Jeder kennt ihre charakteristischen Punkte auf den Flügeldecken. Viele Arten bevorzugen warme Standorte, besiedeln aber sehr unterschiedliche, zum Teil auch feuchte Lebensräume wie Auwälder oder Moore. Da sie sich vor allem von Blattläusen ernähren, gelten sie als wichtige Nützlinge. In vielen Kulturen sind Marienkäfer außerdem ein Symbol für Glück.

Fakten

Lateinischer Name

Coccinellidae (Familie)

Marienkäfer: Alter

bis zu 3 Jahre

Marienkäfer: Gewicht

etwa 0,01 bis 0,05 g

Farbvariation

Nicht nur zwischen verschiedenen Marienkäferarten kann die Färbung variieren, auch innerhalb einer Art gibt es manchmal große Unterschiede. Der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) ist beispielsweise in rund 150 Variationen beschrieben.

Illustration Marienkäfer

Giftige Abwehr

Bei Gefahr machen Marienkäfer vom sogenannten Reflexbluten Gebrauch: Aus den Beingelenken sondern sie eine gelbliche Flüssigkeit ab. Diese riecht unangenehm und enthält giftige Substanzen, um Feinde effektiv abzuwehren.

Nahrung

  • Insekten

  • Nektar und Pollen

Feinde

Vögel Frösche und Kröten Parasitoide (z. B. Schlupfwespen) Eidechsen

Größe in Millimetern

MarienkäferAussehen

Je nach Art können Marienkäfer rot, gelb oder schwarz gefärbt sein. Die auffällige Färbung soll Feinde abschrecken. Auch die Punkte haben unterschiedliche Farben, zum Beispiel Schwarz, Weiß oder Rot. Ihre Anzahl variiert. Der ovale, halbkugelige Marienkäfer-Körper ist zwischen 1 und 10 Millimeter lang. Manche Arten wirken rundlich und glänzend, andere eher flach und matt.

MarienkäferBunt und ungenießbar

Marienkäfer sind gut an ihren leuchtenden Farben und den charakteristischen Punkten zu erkennen. Die schwarze Farbe der Punkte mancher Arten wird durch den Farbstoff Melanin erzeugt. Ihr auffälliges Erscheinungsbild schützt sie effektiv vor Fressfeinden: Die Käfer signalisieren damit, dass sie giftig sind.

MarienkäferLieblingsspeise: Blattläuse

Die meisten Marienkäfer ernähren sich von Blatt- oder Schildläusen und gelten daher als Nützlinge im Garten. Der Siebenpunkt-Marienkäfer frisst zwischen 100 und 150 Blattläuse pro Tag. Auch seine Larven sind sehr gefräßig. Sie verspeisen bis zu ihrer Verpuppung jeweils 400 bis 600 Blattläuse.

MarienkäferGesellige Winterpause

Marienkäfer sind in der Regel Einzelgänger, überwintern aber häufig in großen Gruppen am Boden, unter Baumrinde, Laub oder in Gebäuden. Sobald die Temperaturen auf unter etwa 12 bis 10 Grad sinken, fallen sie in eine Kältestarre. Damit ihre Körperflüssigkeiten nicht einfrieren, bilden sie das biologische Frostschutzmittel Glycerin. Es schützt die Zellen und damit den Marienkäfer vor dem Erfrieren.

MarienkäferLebensweise

Die meisten Marienkäferarten leben räuberisch und ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen. Alle Marienkäfer durchlaufen in ihrem Leben verschiedene Stadien. Aus dem Ei entwickelt sich die Larve, die sich nach einiger Zeit verpuppt. Aus der Puppe schlüpft schließlich der erwachsene Käfer. Die Jahreszeiten prägen die Lebensweise der Marienkäfer: Im Frühling und Sommer sind sie aktiv auf Nahrungssuche und sorgen für Nachwuchs. Im Herbst ziehen sie sich zurück und fallen in eine Kältestarre.

Lebensraum

Lebensraum des Marienkäfers

Je wärmer, desto besser

Marienkäfer sind weltweit verbreitet. Sie kommen vor allem in den Tropen- und Subtropen vor, da sie warmes Klima bevorzugen. Doch auch in Europa sind zahlreiche Arten zu Hause. Dabei ist der Süden Europas deutlich artenreicher als der Norden. Marienkäfer nutzen unterschiedliche Lebensräume wie Felder, Wiesen, Waldränder oder Gärten. Besonders häufig leben sie auf Pflanzen, die von Blattläusen befallen sind.

Fortpflanzung

Fortpflanzung Marienkäfer

Vom Ei zum Käfer

Kurz nach dem Ende ihrer Kältestarre verpaaren sich die Marienkäfer und das Weibchen legt die befruchteten, hellgelb bis orange gefärbten Eier auf Pflanzen in der Nähe von Blattlauskolonien ab, damit die Larven direkt Futter finden. Nach 5 bis 10 Tagen schlüpfen die Larven, die sich innerhalb von 30 bis 60 Tagen mehrfach häuten. Danach verpuppen sie sich an Blättern, Zweigen oder Rinde in sogenannten Mumienpuppen. Anders als bei den Puppen der meisten anderen Käferarten sind die Fühler und Beine bedeckt und nicht frei sichtbar. Nach 10 bis 14 Tagen schlüpfen die ausgewachsenen Marienkäfer.

Zug und Überwinterung

Zug und Überwinterung der Marienkäfer

Ab in den Süden

Die meisten Marienkäfer überwintern in der Nähe ihres Sommer-Lebensraums, etwa unter Laub, Rinde oder in geschützten Spalten. Einige Arten unternehmen aber auch Wanderungen, um geeignete Überwinterungsplätze zu finden. Diese können auch größere Distanzen umfassen. Diese Langstreckenflüge bewältigen die Käfer aus eigener Kraft, werden aber teilweise vom Wind unterstützt und können so bis zu 120 Kilometer weit kommen. Gelegentlich kommt es zu auffälligen Ansammlungen, zum Beispiel entlang von Küsten.

MarienkäferBedrohungen

Einige Marienkäferarten sind vor allem durch Lebensraumverlust und Pestizide gefährdet. Parasitoide, die im Gegensatz zu Parasiten ihren Wirt töten, sowie Krankheitserreger und Fressfeinde stellen weitere Bedrohungen dar. Der Asiatische Marienkäfer ist invasiv, also ein Problem für ursprünglich bei uns heimische Arten, da er nicht nur mit ihnen konkurriert, sondern sie sogar verdrängt.

Zu wenig Lebensraum, zu viel Gift

Intensivierung der Landwirtschaft

Einige Marienkäferarten sind stark gefährdet. Besonders spezialisierte Arten, die auf Lebensräume wie Moore, Heiden oder naturnahe Wiesen angewiesen sind, leiden darunter, dass diese Flächen zunehmend schwinden. Auch der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und in Privatgärten schadet den Marienkäfern, denn sie reagieren sehr empfindlich auf Gift: Sie werden geschwächt und pflanzen sich weniger erfolgreich fort. Fressen sie kontaminierte Blattläuse, können sie darüber hohe Giftmengen aufnehmen.

Parasitoide, Krankheiten und Fressfeinde

Prädatoren

Larven und ausgewachsene Marienkäfer werden häufig von unterschiedlichen Parasitoiden befallen. Zum Beispiel überwintert die Larve der Marienkäfer-Brackwespe (Dinocampus coccinellae) auf dem Marienkäfer und verpuppt sich im Frühjahr an seinem Bauch zu einem Gespinst, das mit dem Untergrund verbunden ist und den Käfer bewegungsunfähig macht. Dazu gibt es verschiedene Viren, Bakterien und Pilze, die Marienkäfer befallen und töten können. Zu den Fressfeinden zählen Vögel, Frösche, Kröten und Eidechsen.

MarienkäferWas wir tun

Wir bieten Marienkäfern Schutz auf unseren stiftungseigenen Flächen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Dort kann sich die Natur ohne menschliche Eingriffe entwickeln, oder die Flächen werden wildtierfreundlich und extensiv bewirtschaftet. Gleichzeitig sorgen wir für mehr Lebensraum und Strukturvielfalt in der Stadt, indem wir artenreiche Blühwiesen anlegen, zum Beispiel in Hamburg und Berlin.

Lebensräume schaffen und schützen

Artenschutzprojekte

Marienkäfer profitieren von strukturreichen Lebensräumen wie artenreichen Wiesen, Gärten oder naturnahen Grünflächen. Doch solche Lebensräume werden immer seltener. Deshalb wandeln wir in ganz Hamburg und Berlin monotone Rasenflächen in artenreiche Blühwiesen um und bieten Marienkäfern und anderen Insekten damit einen wertvollen Lebensraum. In Broschüren, online und auf unseren Social-Media-Kanälen sowie bei Vorträgen und Fortbildungen geben wir Tipps und einfache Beispiele, wie der eigene Garten insektenfreundlich gestaltet werden kann.

Mehr Lebensraum für Marienkäfer

Wir bieten Marienkäfern Schutz auf unseren Flächen und sorgen für mehr Strukturvielfalt und Lebensräume in der Stadt.

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