Wildtiere und Wetterextreme

Auf dem ExtremWetterKongress in Hamburg begeisterten wir Tagungsgäste für den Natur- und Artenschutz

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Körpereigene Klimaanlagen, wassersparender Stoffwechsel, Surfen auf Sturmböen – Wildtiere haben faszinierende Strategien, um Extremwetterlagen zu überstehen oder sogar zu ihrem Vorteil zu nutzen. Doch jede Anpassung hat ihre Grenzen, und dann wird es für unsere wilden Nachbarn gefährlich. Auf dem ExtremWetterKongress 2026 zeigten wir, was Hitze, Sturm oder starke Niederschläge für Insekten, Vögel und Säugetiere bedeuten. Die Tagung fand in der Nachbarschaft zum Stiftungssitz in Hamburg statt. So konnten wir einige Kongressgäste zu einem Ausflug in die Stadtnatur und unsere Botschaft der Wildtiere entführen.

Vögel wie der Spatz (Passer domesticus) scheiden als Urin konzentrierte Harnsäure statt verdünntem Harnstoff aus – so leben sie jederzeit wassersparend. Der Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), eine Fledermausart, lässt sich im Frühjahr von den starken Winden, die in Warmfronten vor Stürmen auftreten, über große Strecken tragen. Dadurch muss er weniger Energie fürs Fliegen aufwenden. Die Steinhummel (Bombus lapidarius) und ihre Verwandten erzeugen mit den Flügeln einen kühlenden Luftzug, wenn es in ihrem Nest zu heiß wird. Das schützt ihre Brut vor dem Austrocknen. Diese faszinierenden Anpassungen stellten wir an unserem Infostand auf dem ExtremWetterKongress vor, der vom 23. bis zum 25. September in der HafenCity Universität in Hamburg stattfand.

Bewegende Erfahrungen …

Die Besucherinnen und Besucher erfuhren aber auch, wie Wildtiere unter extremen Wetterereignissen leiden – und berichteten von ihren eigenen, teilweise sehr bewegenden Erfahrungen. Wer einmal eine vom Starkregen durchnässte Taube vor hungrigen Hauskatzen gerettet hat, nach einem Hagelsturm mit einem verletzten Wildtier in der Warteschlange beim Tierarzt stand oder gesehen hat, wie Wildbienen bei großer Trockenheit in Trauben an einem Wasserhahn hängen, vergisst das nicht so schnell. Die Gespräche zeigten, dass das Schicksal der Wildtiere im Klimawandel viele Menschen bewegt.

… und wirksame Schutzmaßnahmen

Wie wir unsere tierischen Nachbarn unterstützen und schützen können, erklärten Dr. Andreas Kinser, unser Leiter Natur- und Artenschutz, und Freya Simonsohn aus unserem Wildbienenteam im Workshop „Chancen der Stadtnatur für die Artenvielfalt“. Bei einem Spaziergang durch die HafenCity und einem Rundgang durch unsere Ausstellung in der Botschaft der Wildtiere stellten sie urbane Artenschutzprojekte vor. Die Tagungsgäste lernten die Vielfalt der Tiere in unseren Städten kennen und erfuhren, welche Herausforderungen sich durch tierische Einwanderer in der Natur ergeben.

Artenvielfalt ist unsere Überlebensgarantie

Die wichtigste Botschaft des Workshops: Artenvielfalt ist die Überlebensgarantie für uns Menschen. Nur sie ermöglicht es uns, Lösungen für neue Herausforderungen zu finden, zum Beispiel neue, ressourcenschonende Materialien oder Medikamente für neue Krankheiten. Und sie erhöht die Widerstandsfähigkeit unseres Ökosystems gegen Extremwetterereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger werden. Deshalb wollen wir möglichst viele Menschen für den Natur- und Artenschutz begeistern. Unsere Präsenz auf Veranstaltungen wie dem ExtremWetterKongress ist dabei ein wichtiger Baustein.
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