Der „Sky Dance“ der Wiesenweihe
Wir bitten um Sichtungsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Es ist ein Tanz der Extraklasse, der sich aktuell mancherorts am Himmel beobachten lässt: Mit dem von Ornithologen auch „Sky Dance“ genannten Flugmanöver werben männliche Wiesenweihen um ihre potenziellen Partnerinnen. Dabei schrauben sich die Vögel zunächst in Spiralen hoch in den Himmel, um dann wie ein fallendes Blatt wieder Richtung Boden zu segeln.
Das spektakuläre Schauspiel beginnt, wenn die Wiesenweihen im Frühjahr aus ihren afrikanischen Winterquartieren nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkehren. Doch die romantische Luftakrobatik lässt sich immer seltener beobachten: In Mecklenburg-Vorpommern steht die Wiesenweihe auf der Roten Liste der Brutvögel inzwischen in der Kategorie „vom Aussterben bedroht“. Zu Beginn der 2000er-Jahre brüteten in Mecklenburg-Vorpommern noch 30 bis 40 Wiesenweihen-Paare. Heute sind es möglicherweise kaum mehr als zehn Brutpaare, die genaue Zahl kennt niemand. Damit der schlanke Himmelstänzer im Nordosten Deutschlands eine Zukunft hat, versuchen wir, die letzten Wiesenweihen Mecklenburg-Vorpommerns zu retten.
Einst in Mooren und auf feuchten Wiesen zu Hause, weichen die Bodenbrüter heute mangels Alternativen auf Getreidefelder aus. Der Umzug bringt sie oft in tödliche Gefahr: Erntemaschinen können Gelege in kürzester Zeit zerstören und Jungvögel töten. Und selbst wenn die Mahd selbst glimpflich ausgeht, ist die Gefahr nicht gebannt. Auf dem abgemähten Feld sind Gelege und Küken leichte Beute für Feinde wie Fuchs, Dachs oder Wildschwein.
Sichtungsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Wir bitten Spaziergänger, Landwirte und Jäger darum, in den nächsten Wochen Ausschau nach Wiesenweihen zu halten. Gerade die spektakulären Balzflüge bieten jetzt eine wunderbare Gelegenheit, die Art zu entdecken und zu erkennen. Wer eine Wiesenweihe in Mecklenburg-Vorpommern gesichtet hat, kann dies an die E-Mail-Adresse Wiesenweihe@DeutscheWildtierStiftung.de melden – mit einer möglichst präzisen Ortsangabe.
Ornithologen gehen dem Hinweis dann direkt vor Ort nach. Finden sie einen Brutplatz, sorgen wir in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Landwirt dafür, dass das Nest eingezäunt und damit geschützt wird – sodass sowohl Erntemaschinen als auch Fressfeinde die wertvolle Brut nicht mehr vernichten können. Kooperierende Landwirte erhalten für ihren Aufwand eine Entschädigung vom Land Mecklenburg-Vorpommern.