Verantwortungsvoll jagen

Bericht aus Klepelshagen: Im November steht die Stiftungsjagd an

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Unser Stiftungsgut Klepelshagen bietet durch seine wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft vielen Wildtieren Lebensraum. Rund 3.000 Tier- und Pflanzenarten haben wir auf den über 2.500 Hektar bereits nachgewiesen. Einigen Tierarten geht es besonders gut und sie erreichen überdurchschnittlich hohe Dichten. Dazu gehören Rothirsch, Reh und Wildschwein. Um ökologische Störungen und wirtschaftliche Schäden in Wald, Feld und Grünland gering zu halten, müssen wir ihre Bestände regulieren. Daher jagen wir auch – allerdings unter selbst auferlegten Einschränkungen, die weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

Rothirsch, Reh und Wildschwein profitieren nicht nur von der hohen Lebensraumqualität auf Gut Klepelshagen. Ihnen kommt auch unser Jagdkonzept zugute, das unter anderem im Herzen der Stiftungsfläche, im 100 Hektar großen Tal der Hirsche, eine ganzjährige Jagdruhe vorsieht. Dort kann man sogar tagsüber das Wild vertraut beobachten.

Darüber hinaus gelten für die Jagd auf unseren Gutsflächen weitere Einschränkungen. Die Kontrolle der Wildbestände muss so ablaufen, dass unnötiges Tierleid vermieden wird und die grundsätzliche Vertrautheit des Wilds nicht verlorengeht. Deshalb halten wir den Jagddruck insgesamt gering: Wir jagen nicht ganzjährig, sondern in Intervallen. Auf dem Acker gibt es Schwerpunktbejagungszeiten, wenn das Wild die angebauten Pflanzen besonders gern frisst. Dem stehen jagdberuhigte Zonen gegenüber. So wird das Wild räumlich und zeitlich gelenkt und wir reduzieren Konflikte mit der Land- und Forstwirtschaft. An einem Tag im November bejagen wir mit Ausnahme der Jagdruhezone die gesamte Gutsfläche. Dabei streben wir folgende Ziele an.

Fünf Ziele für die Gesellschaftsjagd

Jagdzeit kurz halten
Statt das Wild durch mehrere Jagdtermine gerade im Wald immer wieder zu beunruhigen, konzentrieren wir uns auf einen einzigen großen Jagdtag.

Gemeinsam planvoll und effizient jagen
Wenn viele Jägerinnen und Jäger zusammenarbeiten, können sie in kurzer Zeit ein großes Gebiet bejagen und einen Großteil des notwendigen und behördlich vorgegebenen Abschusses erfüllen. Voraussetzung sind eine präzise Organisation und genau abgestimmte Abläufe.

Ruhe ermöglichen
Ist die Jagd vorbei, gönnen wir dem Wild vor allem im Wald eine lange Ruhephase. So können die überlebenden Tiere die meiste Zeit des Jahres ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben.

Wald und Wild in Balance bringen
Bei der kurzen, konzentrierten Stiftungsjagd können wir die Wildbestände gezielt regulieren. Im Fokus stehen dabei die Tragfähigkeit der Lebensräume sowie eine naturnahe Verjüngung unseres Waldes und verlässliche Produktionsbedingungen für unseren ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb.

Sicherheit und Tierschutz gewährleisten
Damit die große Gesellschaftsjagd sicher und tierschutzgerecht abläuft, planen wir sie sehr umsichtig. Grundvoraussetzung ist eine sorgfältige Auswahl der Schützen. Nur wer unsere Ziele mitträgt und regelmäßig seine Schießfertigkeit unter Beweis gestellt hat, darf auf den Hochsitz. Außerdem ist etwa genau festgelegt, wo die Schützen positioniert werden und wohin sie schießen dürfen. Die sogenannten Beunruhiger sorgen dafür, dass das Wild im Jagdgebiet in Bewegung kommt. Unverzichtbar sind geprüfte Jagdhunde und Hundeführer. Während der Jagd helfen sie, das Wild aufzustöbern. Außerdem stehen 20 Nachsuchengespanne aus Hund und Hundeführer bereit: Nach der Jagd finden sie schnell Tiere, die nicht tödlich getroffen wurden, und erlösen sie von ihrem Leid. Besonders großen Wert legen wir außerdem auf den Muttertierschutz. Zum Beispiel dürfen bei unserer Jagd keine einzelnen Alttiere des Rotwilds erlegt werden, da nicht auszuschließen ist, dass sie bei der Jagd von ihrem Kalb getrennt wurden. Schließlich ist ein Rotwildkalb auch nach der Säugezeit noch von der Führung seiner Mutter abhängig.

Verantwortung endet nicht mit dem letzten Schuss

Ob unsere Gesellschaftsjagd ein Erfolg wird? Das werden wir wie jedes Jahr im Anschluss kritisch bewerten. Dabei schauen wir nicht allein darauf, wie viele Tiere die Jäger zur Strecke bringen. Entscheidend ist, dass wir jedes unserer fünf Ziele erreichen. Dank einem durchdachten Jagdkonzept, einer sorgfältigen Auswahl der Schützen und einer fachgerechten Planung mit Hilfe unserer Berufsjägerin sind wir dafür gut aufgestellt. Die fachgerechte Versorgung des erlegten Wilds ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Schließlich geht die gesamte Jagdstrecke an einen Wildprethändler, damit aus dem wertvollen Wildfleisch Köstlichkeiten für Mensch und Haustier werden.

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