Auch Wildtiere gehören zum Wald!

Protest gegen den Entwurf zum neuen Bundesjagdgesetz

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Die Deutsche Wildtier Stiftung und fünf weitere Organisationen haben in einer gemeinsamen Stellungnahme die waldbaulichen Ziele im Entwurf zur Novelle des Bundesjagdgesetz kritisiert. Die Belange der Wildtiere dürfen nicht hinter den wirtschaftlichen Interessen der Waldbesitzer zurückbleiben.

Hamburg, 22. Dezember 2020

Anfang November hatte das Bundeskabinett den Entwurf für ein neues Bundesjagdgesetz (BJagdG) gebilligt, zu dem der Bundesrat Mitte Dezember Stellung genommen hat. Im Fokus des Gesetzentwurfs stehen unter anderem Reh und Rothirsch, deren Bestände drastisch reduziert werden sollen. Die Deutsche Wildtier Stiftung und fünf weitere Organisationen, darunter die Vertreter der ehrenamtlich arbeitenden Jägerschaft und der Berufsjäger, kritisieren nun in einer gemeinsamen Stellungnahme die waldbaulichen Ziele der Gesetzesnovelle.

Das neue Bundesjagdgesetz sieht unter anderem vor, dass der Bestand von Wiederkäuern, wie etwa Rothirschen und Rehen, drastisch reduziert werden soll. Vor allem der im Entwurf formulierte Anspruch, dass alle Jungbäume ohne Zäune oder andere Schutzmaßnahmen ungestört heranwachsen sollen, ist praxisfern und widerspricht einer Balance zwischen den forstwirtschaftlichen Zielen und den Ansprüchen der Wildtiere.

So wirken einige neu eingebrachte und zum Teil fremdländische Baumarten in den Wäldern selbst bei stark reduzierten Wildbeständen wie ein Magnet auf die Tiere, weil sie ihnen besonders gut schmecken. Wenn die Bäumchen ohne Schutzzäune ungestört bleiben sollen, müsste man Rehe und Hirsche quasi komplett ausrotten.

Die sechs Organisationen fordern nun die Abgeordneten des Bundestages auf, den vorgelegten Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren zu überarbeiten. Denn: Die Bedürfnisse und Ansprüche der Wildtiere dürfen nicht hinter den wirtschaftlichen Interessen der Waldbesitzer zurückbleiben.

Gemeinsame Stellungnahme

Die Stellungnahme der Deutschen Wildtier Stiftung und fünf weiterer Organisationen (des Deutschen Jagdverbandes e.V., des Bayerischen Jagdverbandes e.V., des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger e.V., der Deutschen Delegation im Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), des Deutschen Jagdrechtstages e.V.) vom 14.12.2020 finden Sie hier:

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Stellungnahme

In einer eigenen Stellungnahme hatte die Deutsche Wildtier Stiftung bereits Anfang November kritisiert, dass der Entwurf zum Bundesjagdgesetz allein im radikalen Abschuss des Wildes das geeignete Mittel zum Umbau unserer Wälder sieht.

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Foto oben: © nautilusfilm / polyband Medien GmbH

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