"Die Wiese" kommt ins Fernsehen

Warum Wiesen für Rehkitze und viele andere Wildtiere so wichtig sind, zeigt der beeindruckende Naturfilm von Jan Haft

Reh auf einer Wiese am Abend - copyright: nautilusfilm

Am Donnerstag, den 20. August, sollten Natur- und Wildtierfreunde und alle, die es werden wollen, den Fernseher einschalten: Denn um 20:15 Uhr zeigt TV-Sender Arte erstmals den Kinofilm "Die Wiese - Ein Paradies nebenan". Der Film wurde im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung von Jan Haft, einem preisgekrönten Natur- und Tierfilm-Regisseur gedreht.

Hamburg, 10. August 2020

"Sie sind rar geworden: die naturbelassenen Wiesen mit ihrem farbenprächtigen Blütenmeer und den tausenden summenden Insekten, wie wir sie aus Kindertagen, Filmen und Büchern kennen", sagt Jan Haft. Drei Jahre lang arbeiteten der Münchner und sein Team im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung an dem Film, für den in ganz Deutschland gedreht wurde. 250 Stunden Filmmaterial wurde mit den Kameras eingefangen - die besten und berührensten Szenen in einem beeindruckenden Filmdrama zusammengefasst. Die Dramaturgie: Wildtiere, große und kleine, Feldvögel und Insekten, oft in Großaufnahmen, die verzweifelt versuchen, ihren Lebensraum vor den Eingriffen des Menschen zu schützen. Im Falle der Feldlerche oder des Braunkehlchens, die ihren Nachwuchs in Nestern auf dem Acker großziehen, gelingt das nicht - ein Mähdrescher rattert erbarmunglos über das Nest des Vogelnachwuchses hinweg. Atemberaubende Aufnahmen verzaubern den Zuschauer aber auch: so etwa eine Zwilingsgeburt von Rehkitzen.

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Der Film "Die Wiese" ist auf Arte TV verfügbar vom 20.08.2020 bis 26.08.2020
TV Premiere Donnerstag, 20. August um 20:15 Uhr

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Auch im Film: die bewegende Geburt zweier Rehkitze

Nur wenige Menschen sind bislang so nah an eine werdende Rehmutter herangekommen, dass sie die Geburt der Kitze mitverfolgen konnten. Jan Haft konnte diesen wundersamen Moment mit der Kamera einfangen, als er „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ im Auftrag der Stiftung gedreht hat. Die junge Rehmutter ist eine von vielen Hauptakteuren in dem Film. TV-Premiere ist am Donnerstag, den 20. August um 20:15 Uhr auf Arte.

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Die Keimruhe

Hintergrundinformationen zu einem Schwangerschaftstrick der Rehe

Eine Rehmutter - auch Ricke genannt - ist eine der Hauptdarstellerinnen im Kinofilm von Jan Haft. Bis Mitte August kann man verliebte Rehe überall auf den Feldern entlang den Landstraßen beobachten, dann geht das Liebesspiel der kleinsten einheimischen Hirschart zu Ende. Die Böcke suchen nach der Paarung das Weite. Die Ricken sind jetzt trächtig. Bis ein Kitz das Licht der Welt erblickt, vergehen im Schnitt neun Monate. "Rehe haben eine Art Schwangerschaftstrick", sagt Jenifer Calvi, Pressereferentin der Deutschen Wildtier Stiftung. Obwohl die Ricke jetzt im Sommer befruchtet worden ist, beginnt der Reh-Embryo sich erst im Winter zu entwickeln. Diesen Trick der Evolution nennen Experten Keimruhe. Nach der Befruchtung teilt sich die Eizelle zunächst, wird dann aber nicht viel größer als einen Millimeter und entwickelt sich in den nächsten 18 Wochen kaum weiter. Calvi: „Die Ricke trägt eine befruchtete Eizelle in ihrem Körper, ohne dass der Embryo wächst.“ Die weitere Entwicklung und das Wachstum des Nachwuchses erfolgt dann erst wieder ab Dezember. Der Geburtstermin fällt in den Mai – wenn die Wiesen wieder blühen. Denn so haben neugeborene Kitze die besten Überlebenschancen. Kämen sie im Winter zur Welt, wäre es viel zu kalt für sie; und für die Ricke gäbe es kaum eiweißreiche Nahrung, um Energie für die Milchproduktion zu gewinnen. Im Frühjahr liefert „Mutter Natur“ sattes Grün, Mutter und Kitze können Kraft tanken. „Es ist berührend in dem Film ,Die Wiese - ein Paradies nebenan' diesen seltenen Blick in die Kinderstube zu erlangen", sagt Jenifer Calvi. Darum: "Die Wiese" einschalten und tolle Naturaufnahmen genießen! Verfügbar ist der Film vom 20. August 2020 bis 26. August 2020 auf Arte TV in der Arte Mediathek.

Rehkitz-Zwillinge - Foto: M. Tetzlaff

Rehkitz-Zwillinge, die typischen Fellflecken bei Rehkitzen sind noch zu erkennen. - Foto: M. Tetzlaff

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