Wähler in Bayern stimmen für Gams und Co. EMNID-Umfrage belegt: Mehrheit ist gegen die wildtierfeindliche Landespolitik

Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert: In kaum einem Bundesland ist die Waldpolitik so wildtierfeindlich wie in Bayern

Hamburg, 08. Oktober 2018

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Dass der gesetzliche Grundsatz „Wald vor Wild“, der Rothirsch, Reh und Gämse ausschließlich einen negativen Einfluss auf Forstpflanzen zuschreibt, am Wählerwillen vorbei geht, zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts EMNID im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung: Eine große Mehrheit der bayerischen Wähler lehnt die derzeit geltenden Regelungen ab, die im Bergwald die Jagd auf Rothirsch, Gams und Reh über das ganze Jahr zulässt.

70 Prozent der Befragten halten eine Schonzeit für wichtig, selbst wenn durch ganzjährige Jagd der Wald besser wachsen könnte. Die bayerischen Wähler erteilen damit der gegenwärtigen Jagdpraxis in den bayerischen Alpen eine klare Absage!

Auf die Frage "Halten Sie den Grundsatz Wald vor Wild für richtig?", antwortet eine absolute Mehrheit von 55 Prozent, diesen für "nicht richtig" zu halten. „Damit stellen sich die bayerischen Wähler gegen die Forstpolitik der Staatsregierung in den vergangenen Jahren“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Wie verfilzt die geltende Wildtierfeindlichkeit ist, zeigt die Tatsache, dass sich keine der etablierten Parteien in ihrem Wahlprogramm für ein Ende des Grundsatzes „Wald vor Wild“ einsetzt. Im Gegenteil: Die bayerischen GRÜNEN fordern explizit eine bayernweit konsequente Umsetzung von „Wald vor Wild“ – und damit weiterhin ganzjährige Abschüsse im Bergwald! Allein in Oberbayern darf auf über 30.000 Hektar Bergwald ganzjährig auf Gams-, Rot- und Rehwild gejagt werden. „Die Gams und andere Wildtiere sind die Verlierer der bayerischen Landtagswahl, wenn die Politik nicht zum Umdenken bereit ist“, kritisiert Baron Münchhausen und fordert eine kritische Prüfung aller Gebiete, in denen die Schonzeit aufgehoben wurde.

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