Alpenschneehase im Fokus

Wildtierkameras sollen Daten über die seltene Art liefern

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Alpenschneehasen sind Meister der Tarnung. Zweimal im Jahr wechseln sie ihre Fellfarbe: von braun auf weiß und wieder zurück. Es braucht also Glück, um die scheuen Tiere zu entdecken – oder die richtige Technik. Mithilfe von Wildtierkameras macht sich die Deutsche Wildtier Stiftung jetzt gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt, den Bayerischen Staatsforsten und weiteren Partnern auf die Suche nach dem seltenen Bergbewohner. Ziel des Projekts ist, 2028 eine Verbreitungskarte für den Alpenschneehasen in den bayerischen Alpen zu veröffentlichen. Jäger und Förster werden aufgerufen, Bilder von Schnee- und Feldhasen zur Verfügung zu stellen.

Die bayerischen Alpen sind das nördlichste Verbreitungsgebiet des Alpenschneehasen. Er ist in Deutschland extrem selten, valide Zahlen zu seiner Verbreitung oder seiner Bestandsgröße in Bayern gibt es nicht. Das wollen die Verbundpartner des Projekts „Alpenschneehase im Fokus“ nun ändern: Mithilfe eines Wildtierkamera-Monitorings soll bis Ende 2027 ein möglichst flächendeckendes Bild von der Verbreitung der Art sowie der Überlappung ihres Lebensraums mit dem des Feldhasen entstehen.

„Um wirksame Schutzmaßnahmen für den selten gewordenen Schneehasen zu entwickeln, müssen wir mehr über seinen Lebensraum und seine Herausforderungen wissen“, sagt Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Dr. Monika Kratzer, Präsidentin des Bayerischen Landesamts für Umwelt, sieht in dem Verbundprojekt eine große Chance: „Es ist noch viel zu wenig über die Abgrenzung der Lebensräume von Schnee- und Feldhasen bekannt. Dieses Monitoring schließt eine wichtige Wissenslücke. Deshalb unterstützen wir das Projekt gerne.“

Ein wichtiger Projektpartner sind auch die Bayerischen Staatsforsten. „Unsere Revierleiter und Jäger sind täglich im Lebensraum des Alpenschneehasen unterwegs. Mit den dort für jagdliche Zwecke installierten Wildtierkameras können wir die seltenen Tiere immer wieder dokumentieren“, sagt Vorstand Rudolf Plochmann. „Wir freuen uns, mit unserer Expertise und unserem Netzwerk einen wichtigen Beitrag zum Monitoring der Art leisten zu können.“

Weitere Projektpartner sind unter anderem die Naturparke Nagelfluhkette und Ammergebirge. Vorbild für das Verbundprojekt ist ein Monitoring des Nationalparks Berchtesgaden, bei dem bereits viele Bildnachweise von Schnee- und Feldhasen erbracht werden konnten.

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