Ausreißen für die Artenvielfalt

Wie wir im Aschhorner Moor die heimische Pflanzenvielfalt schützen

Wie wir im Aschhorner Moor dem invasiven Drüsigen Springkraut Einhalt gebieten

Hunderte Pflanzen, zwei Dutzend fleißige Hände, ein Ziel: Bei einer gemeinsamen Aktion unseres Flächenmanagement-Teams mit dem NABU Stade und weiteren Freiwilligen am 16. Juni 2026 im Aschhorner Moor sind zwölf Helferinnen und Helfer ausgerückt, um das invasive Drüsige Springkraut zu entfernen und die heimische Artenvielfalt zu schützen.

Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) zählt zu den sogenannten Neophyten, also Pflanzenarten, die ursprünglich nicht bei uns vorkommen. Es wurde vom indischen Subkontinent durch den Menschen nach Europa eingeführt, wo es sich als invasive Art extrem ausbreitet. Bis zu sieben Meter weit katapultiert die Pflanze mit den blassrosa bis rotvioletten Blüten ihre Samen, wenn sich die reifen Früchte im Herbst wie Schleuderkapseln explosionsartig öffnen. Fließgewässer transportieren die Samen ebenfalls, und auch durch Gartenabfälle und Fahrzeuge, in deren Reifen die Samen stecken, kann die Art in neue Gebiete gelangen. Das Drüsige Springkraut fühlt sich auf nassen, nährstoffreichen Böden besonders wohl.

Ungebetener Gast breitet sich aus

Konkurrenz um Nährstoffe und Licht

Im Wildnisgebiet Aschhorner Moor in Niedersachsen wächst das Drüsige Springkraut bislang nur an den Gebietsgrenzen. Das Springkraut ist einjährig und kann über 2.000 Samen an einer Pflanze ausbilden, was zu einer schnellen Ausbreitung führt. Weil es häufig in großer Zahl auftritt und teilweise bis zu zwei Meter in die Höhe wächst, kann es heimische Pflanzen überwuchern und die Artenvielfalt verändern und gefährden. Um das zu verhindern, müssen wir regelmäßig anpacken und die Pflanzen entfernen – die Aktion fand bereits zum dritten Mal statt. Die gute Nachricht: Das Drüsige Springkraut lässt sich sehr leicht mitsamt Wurzel aus dem Boden ziehen. Da seine Samen im Boden aber bis zu sechs Jahre keimfähig bleiben, werden wir in den kommenden Jahren noch einige Arbeitseinsätze benötigen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Wir danken allen Helferinnen und Helfern für ihren engagierten Einsatz.

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