Für mehr Artenschutz in der Landnutzung

Deutsche Wildtier Stiftung ist Gründungsmitglied der neu geschaffenen Institution „Network of Foundations for Wildlife Conservation“ (NFWC)

Gut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern

Sich europaweit vernetzen, um gemeinsam mit internationalen Partnern wissenschaftlich basierte Methoden für eine wildtierfreundliche und zugleich wirtschaftlich erfolgreiche Landnutzung zu etablieren – das ist das Ziel der Deutschen Wildtier Stiftung als einziges deutsches Gründungsmitglied der neu geschaffenen Institution „Network of Foundations for Wildlife Conservation“ (NFWC). Das Netzwerk arbeitet unter dem Dach der „European Landowners’ Organization“ (ELO) mit Sitz in Brüssel.

„Von diesem Netzwerk erhoffen wir uns einen engen Austausch mit anderen gemeinnützigen Stiftungen, die ebenfalls Grundeigentum besitzen und mit denselben Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem Artensterben und den sich verändernden Landnutzungsbedingungen konfrontiert sind“, sagt Professor Dr. Klaus Hackländer, Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.

Das NFWC setzt in seiner Arbeit drei zentrale Schwerpunkte: die Stärkung globaler Verbindungen, die Entwicklung erfolgreicher Natur- und Artenschutzkonzepte sowie das Einbringen praktischer Erfahrungen in europäische Politikdebatten. „Durch die enge Verzahnung von Stiftungen, Land- und Forstwirten, Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern sollen praxiserprobte Lösungsansätze direkt in die Diskussionen auf EU-Ebene einfließen – etwa bei der EU-Kommission und ihren Generaldirektionen Umwelt sowie Landwirtschaft“, so Hackländer.

Vorzeigebetrieb Gut Klepelshagen

Mehr als nur klassisches Getreide

Ein bestens erprobter Modellbetrieb dafür, wie eine wildtierfreundliche Landnutzung in der Praxis gelingen kann, ist seit fast drei Jahrzehnten unser Gut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Betrieb umfasst über 2.500 Hektar – darunter etwa 1.150 Hektar naturnaher Wald, 350 Hektar Wiesen und Weiden sowie 1.000 Hektar Ackerfläche. Neben klassischen Getreidearten wie Winterroggen, Hafer und Dinkel bauen wir dort Körnererbsen und Weiße Lupine an – vor allem die Lupine ist als heimische Soja-Alternative auf dem Markt stark gefragt.

3.000 Tier- und Pflanzenarten

Der Schutz der Wildtiere ist im Betriebsalltag fest verankert: Auf den Weiden grasen 350 Jungrinder der Rassen Deutsch-Angus und Uckermärker. Durch die extensive Beweidung werden Mähwerke auf diesen Flächen überflüssig, was Rehkitzen, Feldhasenjungen, aber auch Bodenbrütern, Insekten und Amphibien das Leben rettet. Brachliegende Randstreifen an Waldrändern und Söllen bieten zudem wertvollen Lebensraum für Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger und Insekten. Neu angepflanzte Hecken dienen insbesondere Säugetieren und Vögeln als Deckung und Nahrung, während größere Pflanzenfresser wie der Rothirsch große jagdfreie Ruhezonen vorfinden. Rund 3.000 Tier- und Pflanzenarten konnten wir auf den Flächen von Gut Klepelshagen bereits bestätigen.

Für sein herausragendes Bewirtschaftungskonzept wurde Gut Klepelshagen bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als hervorragendes Beispiel im Rahmen der UN-Dekade zu Wiederherstellung von Ökosystemen und mit dem renommierten Wildlife Estates Label der European Landowners’ Organization. Seit 2004 vergibt die Organisation dieses Siegel an Grundeigentümer mit einer vorbildlichen Bewirtschaftung im Sinne eine hohen Artenvielfalt.  

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