Wildbienen summen überall in Berlin
Unsere Blühflächen steigern die Artenvielfalt in der Hauptstadt
In allen zwölf Berliner Bezirken blüht und summt es. Das jüngste Wildbienen-Monitoring bestätigt erneut den großen ökologischen Wert der von uns angelegten Blühflächen.
Auf zehn untersuchten Flächen in den östlichen und südlichen Randbezirken Berlins konnten wir bei dem Monitoring 88 Wildbienenarten nachweisen. Darunter sind elf Arten, die auf der Roten Liste der Bienen Deutschlands als „gefährdet“ geführt werden. Vier Arten wurden zum ersten Mal auf den Projektflächen gefunden. Die Gesamtzahl der seit Projektbeginn erfassten Arten steigt damit auf 182 – das sind rund 55 Prozent der aktuell in Berlin erfassten Wildbienenarten.
Freude über ganz besondere Funde
Im urigen Kurt-Julius-Goldstein-Park in Marzahn-Hellersdorf fliegt zum Beispiel die Einhöckrige Mauerbiene (Osmia niveata). Sie sucht nach Nistplätzen in Mauerlücken. Im nahe gelegenen Springpfuhlpark legt die Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius) ihre Eier in lehmig-sandigen Abbruchkanten ab. Beide Bienenarten stehen als „gefährdet“ auf der Roten Liste Deutschlands. Sie bevorzugen Korbblütler wie Disteln, aber auch Gänseblümchen, Sonnenblumen oder Wegwarten.
Auf dem Tempelhofer Feld sind wir begeistert über den Fund der ebenfalls als „gefährdet“ gelisteten Großen Harzbiene (Anthidium byssinum). Die geflügelte Architektin legt besondere Nistplätze für ihren Nachwuchs an: Sie kleidet die Wände der Brutzellen mit abgebissenen Blattstücken von Rosen, Brombeeren, Buchen oder Birken aus und verklebt diese an den Wänden mit Baumharz.
Spaziergänger im Schlosspark Bellevue haben gute Chancen, auf die Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens) zu treffen. Sie sammelt Nektar und Pollen an Zaunwicken. Wer genau hinschaut, kann die Männchen dieser Art erkennen: Sie fallen durch ihre besonders langen Fühler auf. Laut Roter Liste ist die Mai-Langhornbiene „ungefährdet“.
Mehr Infos zu den gefundenen Arten
Unser Engagement für Bestäuber
Seit 2018 werten wir in Berlin öffentliche Grün- und Freiflächen für Wildbienen und andere Bestäuberinsekten auf. Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt fördert das Projekt. Bemerkenswert: Bei Projektbeginn vor acht Jahren haben wir auf unseren Flächen nur 92 Wildbienenarten gefunden. Die steigende Artenzahl zeigt uns, dass Wildbienenschutz auch in Metropolen möglich ist, wenn die Schutzmaßnahmen stimmen. Besonders wichtig ist zum Beispiel, das richtige Blütenangebot für die Insekten zu schaffen. Außerdem brauchen sie passende Niststrukturen. Ein Großteil der Wildbienenarten nistet im Erdboden, manche brauchen aber für die Eiablage Totholz oder Lücken in Steinmauern.
Jeder kann helfen
Schutzmaßnahmen sind nicht nur auf öffentlichen Flächen sinnvoll. Im privaten Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon kann jeder Insekten unterstützen. Wie Wildbienenfreunde ihre Außenbereiche bestäuberfreundlich bepflanzen können, erklären wir hier:
www.Wildbiene.org/Balkon-und-Fensterbank