Der Rothirsch in der Überzahl

Auf dem 9. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung, das vom 28. - 30. Juni in Bad Driburg (NRW) stattfindet, werden Wege für eine tierschutzgerechte Rotwildreduktion aufgezeigt.

Hamburg, 26. Juni 2018

Tags:

12030890_733408536770916_1751512009_n

Statistisch gesehen kommen in Deutschland rund 300 Menschen auf ein Stück Rotwild. Der Mensch ist also deutlich in der Überzahl. Punktuell erreichen die Rotwildpopulationen jedoch auch mal ungeahnte Größen und dann ist plötzlich der Hirsch in der Überzahl. Doch was in Nationalparks oder auf großen Truppenübungsplätzen wünschenswert sein kann, wird in unserer Kulturlandschaft, in der jeder Quadratmeter durch den Menschen genutzt wird, schnell zu einem Konflikt.

„Das Nebeneinander von großen Wildtieren und Menschen kann nur dann funktionieren, wenn Menschen auf maximale Nutzungsansprüche in Wald und Feldflur verzichten und gleichzeitig Wildbestände nicht ausufern lassen“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Es braucht Wege, die aufzeigen wie unter Beachtung des Tierschutzes ein zu hoher Rotwildbestand in einem überschaubaren Zeitrahmen reduziert werden kann“, so Münchhausen weiter.

Die Reduktion überhöhter Rotwildpopulationen ist eine viel anspruchsvollere Aufgabe als die „normale“ Jagd, bei der Wild nachhaltig genutzt wird. Vor allem Tierschutzaspekte müssen konsequent berücksichtigt werden. „Rotwildreduktion darf nie ein Dauerzustand sein, sondern muss als zeitlich begrenztes Projekt begriffen werden“, fordert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Auf dem 9. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung, das vom 28. - 30. Juni in Bad Driburg (NRW) stattfindet, werden Wege für eine tierschutzgerechte Rotwildreduktion gezeigt. Referenten aus Praxis, Politik, Verbänden und Wissenschaft stellen Methoden der Populationsschätzung und die Hintergründe der Populationsdynamik vor und präsentieren Praxisbeispiele, in denen eine tierschutzgerechte Rotwildreduktion gelungen ist. Die über 200 angemeldeten Teilnehmer erwartet eine Veranstaltung mit hochkarätigen Referenten und intensivem Erfahrungsaustausch rund um den Veranstaltungstitel „Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion“.

Rothirsch bei Brunftschrei

Rothirsch

Der Rothirsch ist bekannt als der König der Wälder. Eigentlich hat er sich aber nur zu seinem Schutz in die Wälder zurückgezogen.

Zum Steckbrief
Hirschkuh Detail

Rothirsch – im Kreuzfeuer des Menschen

Das Rotwild ist in Deutschland nicht bedroht! Jedoch wird es vielfach daran gehindert, seinen natürlichen Lebensweisen nachzugehen.

Zum Projekt
ratgeber-faehrten-und-spure_teaser_l

Ratgeber: Fährten und Spuren

Aufmerksame Spaziergänger entdecken oft die Fährten heimischer Wildtiere. Doch welches Tier hinterließ hier seinen Fußabdruck? Das Fährtenbüchlein erklärt in anschaulichen Bildern die Spuren der wichtigsten heimischen Wildtiere.

Herunterladen