Wer wird das Tier des Jahres 2027?
Zur Wahl stehen die nachtaktiven Säugetiere Waldiltis, Zwergmaus und Fransenfledermaus
Wenn wir Menschen schlafen gehen, werden sie erst richtig wach: Nachtaktive Säugetiere nutzen den Schutz der Dunkelheit, um auf die Jagd zu gehen, sich zu paaren, ihre Nester zu bauen und sich um den Nachwuchs zu kümmern. Dadurch geraten sie leicht aus unserem Blick – und oft auch aus unserem Bewusstsein. Nachtaktive Tierarten leben im Verborgenen, ihr möglicher Rückgang bleibt daher häufig unentdeckt. Mit der Wahl zum Tier des Jahres 2027 holen wir diese Tiere ins Rampenlicht.
Wir stellen jedes Jahr drei Säugetiere zur Wahl, auf die wir besonders aufmerksam machen möchten – zum Beispiel, weil sie oder ihr Lebensraum bedroht sind. Für 2026 machte der Rothirsch das Rennen, für 2027 fällt die Entscheidung zwischen drei nachtaktiven Arten. Ihr Schutz beginnt mit dem Erhalt ihrer Lebensräume: Es braucht dunkle Korridore, entlang derer die Tiere sich geschützt bewegen können. Auch Landschaften mit vielfältigen Strukturen wie alten Bäumen, die tagsüber sichere Verstecke bieten, sind entscheidend. Genauso wie insektenreiche Wiesen als ergiebige Nahrungsquelle. All das gibt es immer seltener. Wir müssen uns ins Bewusstsein rufen, wie viel Leben in der Dunkelheit der Nacht steckt – und es schützen, damit es nicht verschwindet.
Vom 21. August bis 2. Oktober können Sie online Ihre Stimme für eines der drei Tiere abgeben. Das sind die Kandidaten für den Titel „Tier des Jahres 2027“:
Der Waldiltis
Er ist der größte heimische Vertreter der Wieselverwandten. Der Waldiltis hat ein dunkles Fell mit einer hellen Unterwolle und trägt eine helle Gesichtsmaske. Sein schlanker Körper mit den kurzen Beinen ermöglicht es ihm, selbst enge Verstecke und Höhlen seiner Beutetiere zu erreichen. Als überwiegend nachtaktiver Jäger verlässt er sich dabei vor allem auf seinen feinen Geruchs- und Gehörsinn. Er frisst Reptilien, Amphibien, Vogeleier, Insekten und Baumfrüchte. Einen Teil seiner Beute lagert er in Vorratskammern in seinem Bau. Der Waldiltis bewohnt struktur- und wasserreiche Landschaften mit Hecken, Wiesen und dichtem Unterwuchs, die ihm Schutz und reichlich Nahrung bieten. Doch durch die zunehmend intensive Landnutzung gibt es immer weniger dieser Lebensräume, und auch der Straßenverkehr gefährdet die wendige Spürnase.
Die Zwergmaus
Sie ist kaum größer als ein Daumen und damit die kleinste Maus Europas. Sie ist vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Ihr Fell ist ocker- bis rotbraun. Mit ihrem langen Greifschwanz klettert die winzige Akrobatin geschickt durch hohe Gräser, Schilf und Getreide. Hier baut sie ihre kugelförmigen, tennisballgroßen Nester, meist in einer Höhe von etwa einem Meter über dem Boden. Auf dem Speiseplan der Zwergmaus stehen Pflanzensamen und Körner, junge Triebe, Kräuter, Früchte und Beeren sowie Insekten. Ihre Fortpflanzungszeit reicht vom Frühjahr bis in den Herbst, mit meist zwei bis drei Würfen pro Jahr. Die jeweils zwei bis sieben Jungen wiegen bei der Geburt nur etwa ein Gramm – weniger als eine 1-Cent-Münze. Intensive Landwirtschaft und häufige Mahd machen der Zwergmaus zu schaffen. Mit dem Verlust strukturreicher Feuchtwiesen schwinden ihre Lebens- und Rückzugsräume.
Die Fransenfledermaus
Sie verdankt ihren Namen den krummen Borsten an ihrer Schwanzflughaut, die dadurch wie ausgefranst aussieht. Mithilfe der aufgespannten Haut erbeutet sie ihre Nahrung im Flug oder sammelt sie geschickt von Blättern, Ästen oder dem Boden auf. Dank Echoortung findet sie Insekten, Spinnen und andere kleine Gliederfüßer auch in der Finsternis. Die rasante Fliegerin bevorzugt strukturreiche Wälder, Streuobstwiesen, Parks und gewässernahe Landschaften. Im Sommer nutzt sie Baumhöhlen, Gebäude oder Fledermauskästen als Quartiere, im Winter unterirdische Verstecke und Höhlen. Die Fransenfledermaus gilt in Deutschland zwar derzeit als ungefährdet, hat es aber zunehmend schwer: Mit dem Rückgang der Insektenbestände schwindet ihre Nahrungsgrundlage und moderne Gebäude bieten weniger geeignete Quartiere.
Wahl zum Tier des Jahres 2027
Wer mitbestimmen möchte, welches der drei nachtaktiven Säugetiere das Tier des Jahre 2027 wird, volljährig und in Deutschland gemeldet ist, kann bis zum 2. Oktober 2026 sein Kreuzchen setzen.
Hier geht es zur Online-Wahl