Stacheltiere entdecken, Hügel sichten
Deutschland sucht Igel und Maulwurf: Herbstliche Mitmachaktion vom 18. bis 28. September
Der eine wühlt oberirdisch nach Insekten, der andere geht unterirdisch auf Würmerjagd: Igel legen sich derzeit ordentlich Winterspeck zu, Maulwürfe füllen ihre Vorratskammern für den Winter. Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um zu bestimmen, wie es um die beiden Tierarten steht. Daher ruft die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit weiteren Naturschutz-Partnern dazu auf, gezielt Ausschau nach Igeln sowie Maulwürfen und Maulwurfshügeln zu halten und die Sichtungen zu melden.
Es ist bereits die vierte Herbstzählung dieses sogenannten Citizen-Science-Projekts, das auf mindestens zehn Jahre angelegt ist. Tausende haben bereits mitgemacht und ihre Igelsichtungen auf dem Feldweg oder die Maulwurfshügel auf ihrer Wiese im Dienst der Wissenschaft gemeldet. Jede einzelne Meldung liefert wertvolle Daten zu den Tieren, die Forschende allein flächendeckend kaum erheben könnten. Das hilft, Wissenslücken zu schließen und den langfristigen Schutz zweier heimischer Arten zu sichern. Mitmachen kann jeder – ob als Familie, Spaziergänger oder Gartenbesitzer oder gleich als ganze Schulklasse.
Die Chancen, Igel zu entdecken, stehen momentan gut: Bevor sie im Oktober und November in den Winterschlaf gehen, müssen sich die Stacheltiere ein dickes Speckpolster anfuttern. In der Dämmerung und nachts durchstreifen sie Gärten und Parkanlagen auf der Suche nach Insekten, Regenwürmern und anderen Wirbellosen. Werden die Tage immer kürzer, baut der Igel schließlich sein Winterquartier in dichten Gebüschen, unter Ast- oder Laubhaufen. Das Nest kleidet er reichlich mit Laub aus und verdichtet es durch Hin- und Herrollen zu einem wärmenden Polster. Im Laufe des Novembers oder Dezembers heißt es dann: Augen zu und Energie sparen. Bis zum Frühjahr fahren Igel Stoffwechsel, Körpertemperatur, Atmung und Herztätigkeit auf ein Minimum herunter und leben von ihren Fettreserven. Jedes Aufschrecken in dieser Zeit kostet wertvolle Energie und kann für die kleinen Säuger lebensgefährlich sein.
Maulwürfe hingegen halten keinen Winterschlaf, sie müssen auch in der kalten Jahreszeit fressen. Dazu legen sie sich unterirdische Nahrungskammern an, in denen sie vor allem Regenwürmer horten. Die erbeuteten Tiere machen sie dafür durch einen gezielten Biss in den Kopf bewegungsunfähig; so bleiben die Würmer lebendig, aber fluchtunfähig und können bequem als Vorrat eingelagert werden. Beim Graben der Gänge zu den Vorratskammern schaufeln die Maulwürfe die Erde an die Oberfläche. So entstehen die typischen Hügel.
Melden Sie Ihre Beobachtungen
Möchten Sie mitmachen? Melden Sie Ihre Igel- oder Maulwurf-Beobachtungen mit Datum, Fundort sowie gegebenenfalls Fotos und Hinweisen zum Fund auf der Website Igelsuche.de. Sichtungen aus Bayern nimmt das LBV-Bürgerforschungsprojekt Igel in Bayern entgegen.
Zur Website Igelsuche.dePoster zur Meldeaktion als Download
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Poster zur Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“
Auch der kleine Tiger und der kleine Bär freuen sich über jeden entdeckten Igel oder Maulwurf. Laden Sie sich das neue Poster zur aktuellen Melderunde mit den beliebten Janosch-Figuren herunter.
Autor: Deutsche Wildtier Stiftung / Janosch Film & Medien AG
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Gemeinschaftsprojekt „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“
„Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ ist ein gemeinsames Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung, der NABU|naturgucker, des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V., des NABU Bundesverbands und des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). Ziel ist es, ein langfristiges Monitoring zu Verbreitung und Vorkommen von Igel und Maulwurf in Deutschland zu etablieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden zukünftig eine Bewertung der Bestandssituation der beiden Arten erlauben. Darauf aufbauend können gezielte Artenschutzmaßnahmen initiiert werden.
Mehr Infos über das Leben von Igel und Maulwurf gibt es in unseren Steckbriefen: