Spinnen sind verkannte Wunder der Natur – wirklich!

8 Mythen – 8 Wahrheiten

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Rund 1.000 Spinnenarten gibt es in Deutschland – und Millionen Menschen ekeln sich beim Anblick der achtbeinigen Tiere oder haben sogar Angst vor ihnen. Dabei ist keine heimische Spinne für den Menschen gefährlich. Oft sind es Mythen, die zu Furcht und Ablehnung führen. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat sich ein paar der weitverbreiteten Gerüchte angeschaut:

Spinnen kommen erst im Herbst ins Haus

Nein. Spinnen sind zu jeder Jahreszeit oft nur ein paar Meter von uns entfernt – in der Natur sowieso und in den Häusern und Wohnungen immer dann, wenn das Raumklima feucht ist. Dass wir ab September, Oktober vermehrt Spinnen im Haus beobachten, liegt unter anderem daran, dass bei vielen Arten Paarungszeit ist. Vor allem die männlichen Tiere sind dann auf Partnersuche und deshalb aktiver.

Mythos 2

Spinnen klettern aus Abflussrohren

Nein. Bei ihren nächtlichen Wanderungen fällt beispielsweise die Große Hauswinkelspinne manchmal in eine Badewanne oder das Waschbecken. An deren glatten Wänden kommt sie dann nicht mehr hoch. Ein Handtuch über den Wannen- oder Beckenrand gelegt hilft ihr, das Weite zu suchen.

Mythos 3

Spinnen krabbeln nachts in die offenen Münder schlafender Menschen

Nein. Spinnen wollen mit Menschen nichts zu tun haben, ein weiches, warmes Bett ist für sie ein sehr unangenehmer Ort. Und schon gar nicht krabbeln sie in unsere Münder – was sollten sie da auch? Spinnen spüren den Atem und den Herzschlag des Menschen als heftige Vibration, da wollen sie nur eines: schnell weg.

Mythos 4

Spinnen sind Insekten

Nein. Anders als die sechsbeinigen Insekten haben alle Spinnentiere acht Beine. Zur Ordnung der Spinnentiere gehören Webspinnen, Skorpione, Pseudoskorpione und Milben.

Mythos 5

Weberknechte sind Echte Spinnen

Nein. Weberknechte sind eine eigene Ordnung der Spinnentiere wie die Milben (zu denen wiederum auch Zecken zählen). Während der Körper der Webspinnen üblicherweise aus zwei Teilen besteht, sind die beiden Teile beim Weberknecht zu einem einzigen, kugelförmigen Leib verwachsen. Weberknechte haben keine Spinndrüsen, bauen daher auch keine Netze. Sie machen zu Fuß Jagd auf ihre Beute – kleine Spinnen, Milben und andere winzige Lebewesen.

Mythos 6

Spinnen haben scharfe Augen

Jein. Nur Springspinnen und Wolfsspinnen haben ein gutes Sehvermögen, das sie vor allem zur Jagd einsetzen. Bei Springspinnen liefert dabei das vordere Augenpaar ein scharfes, fokussiertes Bild, die übrigen sechs Augen erkennen vor allem Bewegungen im Umfeld. Die Nebenaugen der Wolfsspinnen besitzen zudem ein Tapetum, eine reflektierende Schicht, weshalb sie nachts wie kleine Scheinwerfer aufleuchten. Bei Netzspinnen wie der Hauswinkelspinne oder der Zitterspinne ist die Sehkraft hingegen nur schwach ausgeprägt: Sie unterscheiden vor allem zwischen hell und dunkel und nehmen schnelle Bewegungen wahr, orientieren sich aber hauptsächlich über Erschütterungen im Netz, die sie über ihre Beine erfassen.

Mythos 7

Spinnfäden sind unkaputtbar

Jein. Der Spinnfaden gilt als ein Meisterwerk der Natur: Er ist dehnbar, deutlich belastbarer als ein gleich starker Stahlfaden und lässt sich um das Dreifache dehnen, ohne zu reißen.  Allerdings funktioniert das nur, wenn in der Luft genug Feuchtigkeit vorhanden ist. Ist der Faden dagegen trocken, verliert er die Elastizität, wird spröde und kann leicht reißen.

Mythos 8

Bein ab, Spinne tot!  

Nein. Hält ein Fressfeind (oder ein Mensch) eine Spinne am Bein fest, trennt sie es an einer eingebauten Sollbruchstelle an einem der sechs Beingelenke ab. Diese sogenannte Autotomie schützt die Spinne davor, zu viel Körperflüssigkeit zu verlieren oder ganz zur Beute zu werden. Das Bein wächst bei der nächsten Häutung nach, zunächst kleiner und dünner als das ursprüngliche, aber nach ein bis zwei weiteren Häutungen erreicht es wieder die volle Länge und Stärke.

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