Ab an die Snackbar

Bericht aus Klepelshagen: Unsere Hecken bieten Nahrung für unzählige Wildtierarten

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Hecken sind für die meisten Menschen nicht mehr als Grenzmarkierungen: Sie trennen ein Feld vom nächsten oder ein Grundstück vom Weg. Für Wildtiere dagegen sind sie wertvolle Lebensräume – Rückzugsorte, Brutplätze und Wanderpfade. So leisten sie in der intensiv genutzten Kulturlandschaft einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Jetzt, wenn die kalte Jahreszeit näher rückt, zeigen Hecken aus heimischen Gehölzen eine weitere Superkraft: Sie sind überlebenswichtige Nahrungsquellen für die Tierwelt.

Auf unseren Stiftungsflächen in Klepelshagen legen wir gezielt Hecken als Lebensräume für Wildtiere an. Dabei achten wir darauf, ausschließlich einheimische, beerentragende Gehölze auszuwählen. Farbenfrohe Ziersträucher sehen zwar hübsch aus, sind für die biologische Vielfalt aber meist wertlos. Eine artenreiche Hecke besteht aus verschiedenen Gehölzarten, die zeitlich versetzt blühen und Früchte tragen. So versorgen sie die Tiere über einen langen Zeitraum mit Nahrung – bis weit in den Winter hinein.

Imbiss für Zugvögel

Insektenfresser stellen jetzt auf Früchte um

Zur Zugzeit nutzen viele Vogelarten das Heckenbuffet in Klepelshagen für einen Imbiss auf dem kräftezehrenden Flug in die Winterquartiere. Insektenfresser wie Grasmücken, Heckenbraunellen und Rotschwänze stellen ihre Nahrung jetzt auf Früchte um. Mönchsgrasmücken fressen gern von Holunder, Felsenbirne oder Berberitze, Rotkehlchen naschen am Pfaffenhütchen. Die großen Starenschwärme, die jetzt im Spätsommer bei uns durchziehen, fallen über die vitaminreichen Beeren der Holunder- und Ebereschensträucher her.

Unter den hungrigen Heckenbesuchern sind auch viele Säugetiere. Die zahlreichen Wildpflaumen, Mirabellen und Wildäpfel, die am Boden liegen, nehmen Dachse, Füchse, Marder, Rothirsche, Wildschweine und Igel gern als abwechslungsreiche Kost an. Auch kleine Nager wie Wald-, Gelbhals-, Rötel- und Brandmäuse sowie Siebenschläfer sind an unserer Fruchtbar zu finden. Im Spätherbst sammeln Eichhörnchen und Eichelhäher Hasel- und Walnüsse als Wintervorrat.

Die letzten Früchte der Saison

Wintergäste aus dem Norden

Zuletzt werden die Früchte von Schwarzdorn, Hartriegel, Schneeball, Kornelkirsche und Hundsrose reif. Sie werden von Wintergästen aus dem hohen Norden geerntet. In heckenreichen Landschaften finden sich in guten Jahren mit vielen Früchten unzählige Wintervögel ein: neben den weitgereisten Seidenschwänzen vor allem Wacholder- und Rotdrosseln sowie Amseln. Je nach Angebot bleiben sie oft wochenlang in den Hecken. Die zuckerreichen Beeren sind für sie im kalten Winter eine wichtige Energiequelle. An der Hundsrose fressen auch kleinere Vögel wie Grünfinken. Andere Vogelarten finden ihre Nahrung nicht an den Gehölzen selbst, sondern an den unterschiedlichen heimischen Wildkräutern, die in den artenreichen Saumstreifen der Hecken wachsen. Die Samenstände der Pflanzen sind Futterquellen für Stieglitze, Bergfinken sowie Erlen-, Berg- und Birkenzeisige.

Ein Gewinn für die Artenvielfalt

Hecken in der wildtierfreundlichen Landwirtschaft

An den Hecken auf Gut Klepelshagen herrscht also im Spätsommer, Herbst und Winter ein richtiges Gewimmel. Das zeigt: Die Gehölzreihen sind ein echter Gewinn für die Artenvielfalt. Deshalb sind sie von unseren Flächen nicht wegzudenken. Sie sind fester Bestandteil unserer wildtierfreundlichen Landwirtschaft, mit der wir gezielt die Artenvielfalt auf unseren Flächen fördern – nicht nur im Herbst und Winter, sondern das ganze Jahr über.

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Bis die Hülsen klappern

Zwischen den abgeernteten Getreideschlägen kann man auf den Feldern auf Gut Klepelshagen kräftige grüne Pflanzen mit behaarten Hülsen entdecken, die noch unreif aussehen. Was hier wächst, ist eine jahrhundertealte Kulturpflanze: die Weiße Lupine.

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Charakteristisch bei Seidenschwänzen ist die gut sichtbare Federhaube.

Seltene Wintergäste mit seidigem Glanz

Rund 80 Seidenschwänze sind derzeit in und um unser Stiftungsgut zu Gast. In kleinen, lebhaften Trupps sind sie stets auf der Suche nach beerentragenden Bäumen und Sträuchern. Ihr leises, klingelndes „Sirrr“ verrät sie oft schon aus der Ferne.

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Haselmaus friesst eine Hagebutte

Für den Schutz der Wildtiere spenden

Haselmaus oder Kuckuck, Wildbienen oder Schreiadler, Fledermaus oder Feldhamster – viele heimische Tierarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Die Folgen des Verlusts an biologischer Vielfalt sind spürbar. Deshalb schützen wir Wildtiere und ihre Lebensräume in Deutschland. Mit Ihrer Spende helfen Sie, die Tierwelt hierzulande zu bewahren.

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